03 May 2026, 16:46

70 Millionen Produktangebote gelöscht: Warum Deutschlands Online-Plattformen gefährliche Waren nicht stoppen

Offenes Buch mit der Aufschrift "Europas Warnstück oder gute Nachricht für Großbritannien" auf dem Papier

70 Millionen Produktangebote gelöscht: Warum Deutschlands Online-Plattformen gefährliche Waren nicht stoppen

Deutschlands größte Online-Shopping-Plattformen löschten im November 2025 fast 70 Millionen Produktangebote. Die Massensperrung erfolgte nach einer Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), der eine EU-Datenbank mit erfassten verbotenen und gefährlichen Artikeln auswertete. Mehr als die Hälfte der gelöschten Angebote war als gefährlich oder illegal eingestuft worden.

Der vzbv analysierte die Eintragungen aus der EU-Produktentfernungsdatenbank und konzentrierte sich dabei auf die fünf größten E-Commerce-Plattformen Deutschlands. Die Ergebnisse zeigten: 30 Millionen der 70 Millionen gelöschten Angebote stellten ein direktes Risiko für Verbraucher:innen dar. Dazu zählten Artikel, die nach EU-Vorschriften als „unsicher“ oder sogar „verboten“ gelten.

Trotz der hohen Zahl an Löschungen warnte die Verbraucherorganisation vor weiterhin bestehenden Schwachstellen im System. Viele gefährliche Produkte blieben unentdeckt, weil die EU-Datenbank und die Online-Marktplätze Daten nicht ausreichend austauschen. Diese mangelnde Abstimmung ermöglicht es, dass unsichere Waren weiterhin im Handel bleiben.

Als Reaktion fordert der vzbv schärfere präventive Maßnahmen. Statt gefährliche Artikel erst nach ihrer Veröffentlichung zu entfernen, müssten Plattformen verhindern, dass sie überhaupt inseriert werden können, so die Forderung der Organisation.

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Die Untersuchung unterstreicht die anhaltenden Defizite bei der Durchsetzung von EU-Sicherheitsvorschriften auf Online-Marktplätzen. Angesichts von 30 Millionen gefährlichen Angeboten, die in nur einem Monat entfernt wurden, drängt der vzbv auf automatisierte Systeme, die riskante Produkte bereits vor dem Verkauf blockieren. Der aktuelle Prozess lasse weiterhin Spielraum dafür, dass bedenkliche Waren im Umlauf bleiben.

Quelle