AfD droht Radio CORAX mit Finanzkürzungen – ein unabhängiger Sender kämpft ums Überleben
Laila BienAfD droht Radio CORAX mit Finanzkürzungen – ein unabhängiger Sender kämpft ums Überleben
Radio CORAX, ein unabhängiger Sender in Halle (Saale), sieht sich mit Drohungen gegen seine Finanzierung durch die rechtspopulistische AfD konfrontiert. Die Partei wirft dem Radiosender vor, linksgerichtete Positionen zu verbreiten. Seit mehr als zwei Jahrzehnten bietet die Station ein vielseitiges Programm aus Musik, Debatten und bürgerschaftlich gestalteten Sendungen – größtenteils organisiert von Ehrenamtlichen.
Gegründet im Jahr 2000, produziert Radio CORAX heute 175 verschiedene Formate mit rund 400 Mitwirkenden. Sendungen wie Tipkin oder das Magazin Serendipity spiegeln die abwechslungsreiche Programmgestaltung wider, die sich täglich ändert. Darüber hinaus veranstaltet der Sender öffentliche Events – von Filmabenden bis hin zu Workshops – und ist in globale Netzwerke wie AMARC eingebunden.
Jeder kann eine neue Sendung vorschlagen, indem er eine Idee in der Redaktionssitzung vorstellt und ein Einführungsworkshop absolviert. Die Finanzierung speist sich aus Landesmedienförderung, kommunalen Zuschüssen, Projektgeldern und Spenden der Hörerschaft. Doch der Vorstoß der AfD, diese Mittel zu streichen, wirft Fragen zur finanziellen Zukunft des Senders auf.
Die inhaltliche Ausrichtung wird von den Macher:innen selbst bestimmt und reicht von lokalen Themen bis zu Nischenthemen. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Spenden bleibt das Team entschlossen, die Vielfalt seines Programms zu erhalten. Die Angriffe der AfD auf die Finanzierung setzen Radio CORAX unter Druck. Der Sender ist auf eine Mischung aus öffentlichen Geldern und Unterstützerbeiträgen angewiesen, um auf Sendung zu bleiben. Doch fürs Erste setzen die Ehrenamtlichen und Produzent:innen ihre Arbeit fort – mit Sendungen, die das kulturelle und politische Leben in Halle widerspiegeln.






