Autoren brechen mit Westend Verlag wegen rechtsextremer Tendenzen in neuem Buch
Laila BienAutoren brechen mit Westend Verlag wegen rechtsextremer Tendenzen in neuem Buch
Eine Gruppe von rund 30 Autorinnen und Autoren hat sich öffentlich von dem Verlag Westend Verlag mit Sitz in Neu-Isenburg bei Frankfurt distanziert. In einem offenen Brief kritisieren sie die Entscheidung des Hauses, ein Buch zu veröffentlichen, das ihrer Ansicht nach der rechtsextremen Ideologie zuneigt.
Im Mittelpunkt des Streits steht der Band „Links – Deutsch / Deutsch – Links“, eine aktuelle Publikation, die von Julian Reichelt und Pauline Voss herausgegeben wurde. Die Unterzeichner des Briefs – darunter Mitarbeiter der taz und der ehemalige linke Politiker Gregor Gysi – werfen dem Verlag eine ideologische Wende vor. Sie argumentieren, dass das Buch Texte von Autoren enthält, deren Positionen mit denen der Alternative für Deutschland (AfD) übereinstimmen. Zwar räumen sie dem Verlag das Recht ein, solche Werke zu veröffentlichen, bestehen jedoch auf ihrem eigenen Recht, sich davon zu distanzieren.
Zu den aktuellen Autorinnen und Autoren des Westend Verlags zählen prominente Persönlichkeiten wie Ulf Poschardt, Wolfgang Kubicki, Ulrike Guérot, Sahra Wagenknecht und Gabriele Krone-Schmalz. Der Verlag verteidigte sich mit dem Hinweis auf sein Bekenntnis zu vielfältigen und kontroversen Standpunkten, die für eine offene Debatte unverzichtbar seien.
Die Autorinnen und Autoren haben jedoch klar Position bezogen: Sie werden künftig nicht mehr bei dem Verlag publizieren. Ihr Brief markiert einen tiefen Bruch in einer einst engen Zusammenarbeit.
Der Konflikt verdeutlicht die Spannungen zwischen Autorenschaft und Verlagshaus über politische Grenzen in der Literatur. Während der Westend Verlag an seinem Standpunkt zu freier Debatte festhält, haben sich die Unterzeichner für eine Trennung entschieden. Die Entwicklung wird voraussichtlich künftige Entscheidungen sowohl von Schriftstellerinnen und Schriftstellern als auch vom Verlag beeinflussen.






