Balkon-Solarmodule boomen – doch die Bundesförderung fällt bald weg
Raphaela HermighausenBalkon-Solarmodule boomen – doch die Bundesförderung fällt bald weg
Balkon-Solarmodule sind bei Heimwerkern in ganz Deutschland beliebt geworden. Dank ihres einfachen Aufbaus lassen sie sich mit kleinen Anpassungen leicht effizienter gestalten. Mittlerweile sind über 1,2 Millionen dieser Mini-Anlagen offiziell registriert – Experten schätzen jedoch, dass die tatsächliche Zahl doppelt so hoch sein könnte.
Viele Städte, Bundesländer und Kommunen fördern die Nutzung von Balkon-Solaranlagen mit finanziellen Anreizen. Hamburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Trier und Teile Thüringens gewähren Zuschüsse. Die meisten Förderbeträge liegen zwischen 100 und 200 Euro pro Haushalt, doch einige gehen darüber hinaus: Berlin und Hamburg unterstützen mit bis zu 500 Euro, in manchen Regionen gibt es sogar bis zu 600 Euro.
Eine aktuelle Studie aus Kassel zeigt, wie wirksam solche Zuschüsse sein können. Ronja Gehrke, Masterstudentin an der Universität Kassel, untersuchte für ihre Abschlussarbeit das Förderprogramm der Stadt. Dabei stellte sie fest, dass die Pauschale von 150 Euro zu einem deutlichen Anstieg der Installationen führte – zwischen dem 1,5- und 3-Fachen im Vergleich zu vorher.
Trotz dieses Erfolgs plant das Bundeswirtschaftsministerium nun, die Förderung für kleine Solaranlagen unter 25 Kilowatt Peak (kWp) zu streichen. Dieser Schritt könnte das weitere Wachstum der Balkon-Solarmodule bremsen.
Dass lokale Zuschüsse die Beliebtheit von Balkon-Solarmodulen in Deutschland gesteigert haben, steht außer Frage. Mit über einer Million installierter Anlagen könnte der schrittweise Abbau der Bundesförderung die weitere Verbreitung jedoch verlangsamen. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt davon ab, ob Städte und Regionen ihre eigenen Förderprogramme fortsetzen.






