Baukosten explodieren: Warum Wohnungsbau in Deutschland immer teurer wird
Anton BlochBaukosten explodieren: Warum Wohnungsbau in Deutschland immer teurer wird
Baukosten in Deutschland steigen weiter – Wohnungsbau gerät unter Druck
Thomas Reimann, Präsident des Hessischen Bauindustrieverbands, warnt vor anhaltend hohen Preisen für Baumaterialien und Dienstleistungen. Er fordert die Bundesregierung auf, endlich zu handeln und Bauvorschriften zu vereinfachen, um die Belastung für die Branche zu verringern.
In den vergangenen Jahren sind die Baukosten stark angestiegen. Während des Ukraine-Kriegs 2022 kletterten die Preise zeitweise um über 15 Prozent. Noch immer liegen die Kosten drei bis fünf Prozent höher als vor dem Iran-Konflikt. Allein 2024 und 2025 verteuerten sich Standard-Wohnprojekte um etwa drei Prozent.
Als Hauptgrund für die hohen Ausgaben nennt Reimann überzogene Regularien. Vorschriften wie die Pflicht zu Stellplätzen bei Mehrfamilienhäusern trieben die Kosten unnötig in die Höhe, kritisiert er. Gleichzeitig seien Baumaterialien wie Stahl, Beton und Dämmstoffe teurer geworden – ebenso wie Dienstleistungen etwa für Kranverleih.
Als Lösung schlägt Reimann die Einführung des Gebäudetyps E vor, einer neuen Klassifizierung, die Bürokratie abbauen und die Kosten senken soll. Dies würde ein starkes Signal an die Baubranche senden, ist er überzeugt. Andere europäische Länder wie Schweden und Belgien bauten bereits günstiger – dank schlankerer Vorschriften.
Reimann betont, dass Bauherren planungssichere rechtliche Rahmenbedingungen brauchen. Ohne Reformen sieht er kaum Aussicht auf eine baldige Entspannung bei den Baukosten.
Der Appell zur Reform kommt zu einer Zeit, in der Deutschland weiterhin mit der Wohnungsnot und explodierenden Preisen kämpft. Reimanns Vorschlag für den Gebäudetyp E zielt darauf ab, Bauprozesse zu beschleunigen und Ausgaben zu reduzieren. Wird er umgesetzt, könnte dies in den kommenden Jahren zu günstigerem Wohnraum beitragen.






