Brandanschläge in Hechingen: 23-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht
Frieder LachmannBrandanschläge in Hechingen: 23-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht
Ein 23-jähriger Mann steht in Hechingen vor Gericht
Die Angriffe begannen, als Tobias K. behauptete, AfD-Parolen an einem geparkten Auto entdeckt zu haben. Später gab er gegenüber den Ermittlern an, der Anblick habe ihn dazu getrieben, sein erstes Brandgerät zu zünden. Hauptziel war das Haus von Michael K., einem örtlichen Unternehmer und ehemaligen AfD-Politiker, wo er das Auto dessen Partnerin in Brand setzte.
Ein weiterer Molotow-Cocktail wurde auf ein Haus geworfen, in dem sechs Menschen schliefen. Die herbeigerufenen Polizisten und Feuerwehrleute gerieten ebenfalls ins Visier, als Tobias K. ihnen angeblich ein Brandgerät entgegenwarf. Die Behörden gehen von politisch motivierten Taten aus, betonen jedoch, dass er allein gehandelt habe.
Während der Vernehmung erklärte Tobias K., er konsumiere seit seinen frühen Teenagerjahren Drogen. Er deutete an, dass dieser langjährige Substanzmissbrauch seine Handlungen beeinflusst habe. Der Prozess, der von der Abteilung Staatsschutz der Staatsanwaltschaft Stuttgart geleitet wird, soll an vier Terminen stattfinden. Ein Urteil wird Mitte April erwartet.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen mehrere Brandanschläge mit Bezug zum linksextremistischen Milieu. Bei einer Verurteilung drohen Tobias K. schwere Strafen wegen versuchten Mordes und Gefährdung von Menschenleben. Der Prozess wird klären, ob seine politischen Überzeugungen oder andere Faktoren eine entscheidende Rolle bei den Straftaten spielten.






