"Brandmauer" gegen AfD: Warum viele Wähler die Strategie für riskant halten
Raphaela Hermighausen"Brandmauer" gegen AfD: Warum viele Wähler die Strategie für riskant halten
Eine aktuelle Umfrage zeigt gespaltene Meinungen zur politischen Strategie gegen die rechtspopulistische AfD in Deutschland. Die von Insa durchgeführte Erhebung legt nahe, dass viele Wähler die bisherige „Brandmauer“-Taktik für kontraproduktiv halten – sie könnte der AfD sogar zu mehr Einfluss verhelfen. Gleichzeitig zwingen die anstehenden Landtagswahlen die Parteien zu schwierigen Entscheidungen bei der Regierungsbildung.
Die Befragung fand am 28. und 29. Mai statt und umfasste 1.003 Teilnehmer. Demnach sind 45 Prozent der Meinung, dass die Weigerung, mit der AfD zusammenzuarbeiten, der Partei nützt; 30 Prozent sehen das anders. Die Fehlerquote liegt bei plus/minus 3,1 Prozentpunkten.
Die CDU hat klar Stellung bezogen: Weder mit der Linken noch mit der AfD soll es formale Koalitionen geben. In Sachsen-Anhalt bleibt jedoch eine Minderheitsregierung denkbar, was punktuelle Absprachen mit der Linken nötig machen könnte.
Auf die Frage nach Präferenzen sprachen sich 48 Prozent der CDU-Anhänger dafür aus, lieber mit der Linken als mit der AfD zu kooperieren. Nur 27 Prozent könnten sich eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten vorstellen. Die Landtagswahlen werden diese Haltungen auf die Probe stellen, denn für eine stabile Regierung könnte die Unterstützung einer der beiden Parteien erforderlich sein.
Die Umfrage unterstreicht die Zerrissenheit der öffentlichen Meinung im Umgang mit dem wachsenden Einfluss der AfD. Angesichts begrenzter Koalitionsoptionen stehen die Parteien nach der Wahl vor schwierigen Entscheidungen. Zugleich deutet vieles darauf hin, dass ein beträchtlicher Teil der CDU-Wähler lieber mit der Linken verhandeln würde als mit der AfD.






