Bundesrat will Untermietverträge streng regulieren – mehr Rechte für Untermieter geplant
Anton BlochBundesrat will Untermietverträge streng regulieren – mehr Rechte für Untermieter geplant
Im Bundesrat wird eine neue Initiative vorangetrieben, die strengere Regeln für Untermietverträge fordert. Unter der Führung Hessens zielt der Vorschlag darauf ab, Untermieter besser zu schützen und Missbrauch von Mietverträgen zu verhindern. Bisher haben sich laut verfügbaren Berichten keine weiteren Bundesländer öffentlich hinter den Plan gestellt.
Der Wohnungsmarkt bleibt weiterhin stark unter Druck – besonders in den Städten. Viele Mieter sehen sich mit hohen Kosten und schwachen rechtlichen Absicherungen konfrontiert, wenn sie ihre Wohnungen untervermieten. Nach der aktuellen Rechtslage haben Vermieter kaum Anspruch auf Informationen über die Bedingungen der Untermiete oder die Identität der Untermieter.
Die Initiative will dies ändern, indem sie Hauptmieter verpflichtet, Vermieter über Untermietverträge zu informieren. Zudem soll es Vermietern untersagt werden, gewinnorientierte Untervermietungen zuzulassen – eine Praxis, die kürzlich vom Bundesgerichtshof für unzulässig erklärt wurde. Im Januar 2026 bestätigte das Gericht, dass Hauptmieter Wohnraum nicht zu finanziellen Zwecken weitervermieten dürfen (Aktenzeichen VIII ZR 228/23).
Ein weiterer zentraler Vorschlag sieht vor, dass Untermieter leichter in den Hauptmietvertrag übernehmen können. Derzeit verlieren Untermieter oft ebenfalls ihre Wohnung, wenn der Hauptmieter gekündigt wird. Die neuen Regeln sollen Untermietern in solchen Fällen stärkere Rechte einräumen.
Ziel der Initiative ist es, rechtliche Klarheit zu schaffen, Untermieter vor plötzlichen Kündigungen zu schützen und Missbrauch im Untermietsystem zu unterbinden.
Sollte der Vorstoß des Bundesrats erfolgreich sein, könnte er die Untermietpraxis in Deutschland grundlegend verändern. Bei einer Verabschiedung müssten Mieter künftig Untermietdetails an Vermieter weitergeben, und gewinnorientierte Untervermietungen wären ausgeschlossen. Zudem würden die Reformen Untermietern mehr Sicherheit bieten, wenn Hauptmieter ihre Wohnung verlieren.






