Deutsche Firmen suchen verzweifelt nach Cloud-Alternativen zu US-Anbietern
Anton BlochDeutsche Firmen suchen verzweifelt nach Cloud-Alternativen zu US-Anbietern
Deutsche Unternehmen besorgen sich zunehmend über ihre Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Anbietern
Eine aktuelle Umfrage zeigt eine starke Nachfrage nach heimischen oder europäischen Alternativen, die mit den US-Techgiganten konkurrieren können. Immer mehr Firmen überprüfen angesichts geopolitischer und technologischer Entwicklungen ihre Cloud-Strategien.
Cloud Computing ermöglicht es Unternehmen, auf entfernte Rechenleistungen zuzugreifen, ohne eigene Hardware verwalten zu müssen. Dennoch nutzen derzeit 71 Prozent der deutschen Firmen US-amerikanische Anbieter – obwohl nur 8 Prozent diese bevorzugen. Ein deutlicher Anteil von 91 Prozent würde lieber deutsche Cloud-Dienste nutzen, doch tatsächlich setzen nur 53 Prozent darauf.
Die Unzufriedenheit mit dem mangelnden europäischen Angebot ist weit verbreitet: 43 Prozent der Unternehmen geben an, dass kein lokaler Anbieter mit der Technologie der US-Marktführer mithalten kann. Gleichzeitig fordern 80 Prozent die Schaffung deutscher oder europäischer Hyperscaler, um die globale Vorherrschaft infrage zu stellen.
Kosten und Leistung bleiben jedoch Hürden: Nur 12 Prozent wären bereit, für einen deutschen Dienst 10 bis 20 Prozent mehr zu zahlen. Allerdings würden 37 Prozent erhebliche Nachteile in Kauf nehmen, wenn die Datenverarbeitung in Deutschland bliebe. Weitere 25 Prozent würden langsamere Updates akzeptieren, um einen heimischen Anbieter zu nutzen. Zudem überdenken 64 Prozent der Unternehmen ihre Cloud-Pläne aufgrund der Politik der US-Regierung. 85 Prozent der Führungskräfte sind zudem der Meinung, dass Deutschland zu stark von amerikanischen Cloud-Technologien abhängig ist.
Die Umfrage unterstreicht eine klare Präferenz deutscher Unternehmen für lokale Cloud-Lösungen. Doch praktische Bedenken wie Kosten, Geschwindigkeit und Leistungsfähigkeit bremsen die Umsetzung aus. Der Ruf nach europäischen Hyperscalern spiegelt den Wunsch nach größerer Unabhängigkeit in der digitalen Infrastruktur wider.






