23 May 2026, 22:30

Deutsche Luftfahrt kämpft mit sinkenden Passagierzahlen und explodierenden Kerosinpreisen

Dreifacher Schlag trifft die Luftfahrtindustrie

Deutsche Luftfahrt kämpft mit sinkenden Passagierzahlen und explodierenden Kerosinpreisen

Deutschlands Luftfahrtbranche steht vor neuen Herausforderungen, da die Passagierzahlen weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie liegen und die Treibstoffkosten stark steigen. Im Jahr 2025 fertigten die Flughäfen 219,8 Millionen Reisende ab – 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Gleichzeitig hat die Bundesregierung eine Senkung der Luftverkehrsabgabe um 16,1 Prozent vorgeschlagen, doch der Druck auf die Branche bleibt hoch.

Die jüngste Gesetzesreform kehrt die im Mai 2024 beschlossene Erhöhung der Luftverkehrsteuer um 19,4 Prozent wieder um. Statt der versprochenen Rückkehr zu den Steuersätzen von vor 2024 bis zum 1. Juli 2026 fehlt im Gesetzentwurf jedoch ein zentraler Mechanismus, der bisher die Steuerlast durch Einnahmen aus Emissionszertifikaten verringerte. Kritiker werfen der Regierung vor, damit frühere Koalitionszusagen zu brechen.

Die explodierenden Kerosinpreise haben sich seit Dezember 2023 mehr als verdoppelt und machen mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten der Airlines aus. Allein die Lufthansa rechnet mit zusätzlichen Treibstoffkosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro, was die finanzielle Belastung weiter verschärft. Rund 10.000 Arbeitsplätze in der Branche sind nun gefährdet, da die Fluggesellschaften mit steigenden Kosten und sich ändernden Vorschriften kämpfen.

Die AfD fordert eine vollständige Abschaffung der Luftverkehrsteuer bis zum 1. Dezember 2024, während die von der Regierung geplante Senkung um 16,1 Prozent hinter den Forderungen der Branche zurückbleibt. Unterdessen könnte die für Juni geplante Vorstellung der Nationalen Luftfahrtstrategie Deutschlands durch Friedrich Merz auf der Berliner Luftfahrtschau (ILA) Schwierigkeiten haben, die Wettbewerbsfähigkeit des Landes auf dem globalen Markt zu stärken.

Die Branche hat bereits erhebliche Umbrüche erlebt: So stellte Spirit Airlines nach 62 Jahren am 2. Mai 2023 den Betrieb ein.

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Zwischen Steueranpassungen, Treibstoffpreisschocks und Jobunsicherheit bewegt sich die deutsche Luftfahrt in unsicheren Gewässern. Mit Passagierzahlen, die weiterhin hinter denen von 2019 zurückliegen, und noch ausstehenden politischen Entlastungen stehen Airlines und Beschäftigte vor einer ungewissen Zukunft. Die nächsten Schritte der Regierung werden entscheiden, ob der Sektor sich stabilisieren kann – oder weitere Rückschläge drohen.

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