Deutschland führt modifizierte Wehrpflicht für junge Männer ein – Frauen können freiwillig mitmachen
Laila BienDeutschland führt modifizierte Wehrpflicht für junge Männer ein – Frauen können freiwillig mitmachen
Deutschland führt erstmals seit über einem Jahrzehnt eine Form des Wehrdienstes wieder ein. Das neue System richtet sich an junge Männer, die 2008 oder später geboren wurden, und verlangt von ihnen die Bearbeitung eines Online-Fragebogens. Frauen können sich ebenfalls freiwillig an dem Verfahren beteiligen, für sie bleibt es jedoch optional.
Die erste Gruppe, die von der Neuregelung betroffen ist, umfasst 16-Jährige wie Moritz Gericke und Nico Freudensprung. Beide gehören zur ersten Kohorte, die den Online-Fragebogen ausfüllen muss. Die Umfrage bewertet ihre körperliche Fitness und ihre Bereitschaft, in der Bundeswehr zu dienen.
Je nach ihren Antworten könnten einige Männer zu persönlichen Eignungstests eingeladen werden. Eine allgemeine Wehrpflicht würde jedoch erst dann in Kraft treten, wenn die Rekrutierungszahlen hinter den Zielen der Streitkräfte zurückbleiben. Die Bundeswehr strebt an, ihre Anzahl an aktiven Soldatinnen und Soldaten auf 260.000 zu erhöhen, unterstützt von weiteren 200.000 Reservistinnen und Reservisten.
Gericke und Freudensprung erkennen die Notwendigkeit an, dass Soldaten das Land und seine Demokratie in Krisenzeiten schützen müssen. Dennoch – wie die meisten ihrer Altersgenossen – zeigen sie wenig Begeisterung für das Militärleben. Freudensprung wies darauf hin, dass nur wenige Menschen tatsächlich in den Krieg ziehen wollen, was letztlich der Kern des Ausbildungskonzepts bleibt. Unter ihren Freunden hat sich bisher nur einer freiwillig für die Grundausbildung gemeldet.
Das aktuelle System basiert weiterhin stark auf Freiwilligen. Während Männer den Fragebogen ausfüllen müssen, können Frauen selbst entscheiden, ob sie teilnehmen möchten.
Die Wiederbelebung dieses Modells markiert einen Wandel gegenüber der Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland im Jahr 2011. Sollten die Rekrutierungsziele nicht erreicht werden, könnte der verpflichtende Dienst aktiviert werden. Derzeit liegt der Fokus jedoch darauf, die Eignung junger Männer zu prüfen und gleichzeitig Frauen zur freiwilligen Teilnahme zu ermutigen.






