Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für Kampf gegen Antisemitismus in linken Kreisen
Anton BlochDieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für Kampf gegen Antisemitismus in linken Kreisen
Der Satiriker Dieter Nuhr hat den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland erhalten. Die Auszeichnung würdigt sein Engagement bei der Entlarvung von Doppelmoral und antisemitischen Klischees in Medien und Kultur. Besonders gewürdigt wurden Nuhrs Bemühungen, Antisemitismus in der politischen Linken zu thematisieren – einem Bereich, in dem das Problem oft ignoriert wird.
Der mit 15.000 Euro dotierte Leo-Baeck-Preis ist nach dem Rabbiner Leo Baeck benannt. Zu den früheren Preisträgern zählen die ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Christian Wulff sowie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, lobte Nuhr für seine konsequente Auseinandersetzung mit den Doppelmoralen in der Berichterstattung über Israel und das Judentum. Schuster kritisierte zugleich deutsche Medien dafür, antisemitische Erzählmuster zu reproduzieren. Der israelische Muslim und Autor Ahmed Mansour würdigte Nuhrs Mut, Meinungen zu äußern, die viele denken, aber nicht auszusprechen wagen.
In seiner Dankesrede betonte Nuhr, dass Antisemitismus keineswegs nur ein Problem des rechten Rands sei. Er verwies auf dessen Verbreitung in linken Kreisen und unter kulturellen Eliten. Der Preis unterstreicht Nuhrs Rolle bei der Aufdeckung oft übersehener Formen des Antisemitismus. Seine Arbeit hat auf Verzerrungen in Medien und Kulturdebatten aufmerksam gemacht und zeigt, wie dringend es bleibt, solche Vorurteile im öffentlichen Diskurs zu bekämpfen.






