27 June 2026, 14:18

Dieter Nuhrs umstrittener ARD-Auftritt löst Debatte über Frauenfeindlichkeit aus

Dieter Nuhrs Misogynie-Witze

Dieter Nuhrs umstrittener ARD-Auftritt löst Debatte über Frauenfeindlichkeit aus

Der Komiker Dieter Nuhr steht wegen Witze in der Kritik, die er kürzlich in einer ARD-Sondersendung gemacht hat. In seinem Auftritt riss er Sprüche über die Parkkünste von Frauen und gab sogenannte „Sicherheitstipps“, um Partnerschaftsgewalt zu entgehen. Die Äußerungen haben eine Debatte über Frauenfeindlichkeit und künstlerische Freiheit ausgelöst.

In der Sendung scherzte Nuhr, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau von einem Mann getötet werde, liege „praktisch bei null“. Zudem verharmloste er strukturelle Probleme bei Femiziden und bezeichnete sie als seltene Einzeltaten statt als systematisches Gewaltmuster. Seine Pointen richteten sich direkt gegen Frauen – in einem Witz unterstellte er etwa, sie könnten Misshandlung einfach vermeiden, indem sie ihre Partner verließen.

Kritiker werfen dem Material vor, es mangele an Esprit und Feingefühl. Statt Täter in die Verantwortung zu nehmen, reproduzierten die Witze Opferbeschuldigung und frauenfeindliche Klischees. Dass Nuhr Frauen häufig zur Zielscheibe seines Humors macht, ist ein wiederkehrendes Muster in seinem Werk.

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Der öffentlich-rechtliche Sender ARD verteidigte die Sendung mit dem Verweis auf die künstlerische Freiheit. Als gebührenfinanzierte Anstalt ist der Sender jedoch gesetzlich verpflichtet, die Menschenwürde zu wahren und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zu vermeiden. Femizide gehen meist mit einer langen Geschichte von Misshandlung und Kontrolle einher. Die Rechtfertigung des Programms durch den Sender steht damit in Spannung zu seinen rechtlichen Verpflichtungen. Die Kontroverse zeigt das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und Verantwortung in den öffentlichen Medien auf.

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