EU-Digitaler Identitätsnachweis startet 2027 – doch Sicherheitslücken sorgen für Kritik
Laila BienEU-Digitaler Identitätsnachweis startet 2027 – doch Sicherheitslücken sorgen für Kritik
Die EU entwickelt ein neues digitales Identitätssystem namens EU-Digitaler Identitätsnachweis (EU Digital Identity Wallet). Damit sollen Identität und Alter sowohl online als auch offline überprüft werden können. Das Projekt baut auf dem bestehenden deutschen elektronischen Identitätssystem auf und soll im Januar 2027 an den Start gehen.
Erste Testphasen für den EU-Digitalen Identitätsnachweis laufen bereits. Das System wird es Nutzern ermöglichen, ihre Identität sicher zu bestätigen, wichtige Dokumente digital zu verwalten und die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu behalten. Zudem soll es mit Altersverifikations-Apps kompatibel sein – wie etwa jener, die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im April 2023 vorstellte.
Die Bundesdruckerei ist für die Entwicklung des Backend-Systems zuständig, das die Ausgabe der Personendaten für den digitalen Ausweis übernimmt. Kurz nach der Vorstellung gelang es IT-Sicherheitsexperten jedoch, die Altersverifikations-App zu hacken, was Bedenken hinsichtlich der Sicherheit aufwarf. Datenschützer warnen zudem vor den Risiken von Massenüberwachung und möglicher Repression im Zusammenhang mit dem System.
Gleichzeitig treibt die EU Pläne für eine Chatkontrolle voran, die eine Umgehung von Verschlüsselung vorsieht. Dieser Vorstoß stößt auf Kritik bei der Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden.
Der EU-Digitale Identitätsnachweis soll im Januar 2027 in Betrieb gehen. Er verspricht eine sichere Methode, um Identität nachzuweisen und digitale Dokumente zu speichern. Dennoch bleiben Bedenken in puncto Datenschutz, Sicherheitslücken und möglicher Überwachung weiterhin ungelöst.






