Ex-Beraterin kritisiert Deutschlands Krisenhilfen als ineffizient und ungerecht
Raphaela HermighausenEx-Beraterin kritisiert Deutschlands Krisenhilfen als ineffizient und ungerecht
Eine ehemalige Wirtschaftsberaterin hat die jüngsten Krisenhilfemaßnahmen Deutschlands als verschwendungsintensiv und unzureichend zielgerichtet kritisiert. Ulrike Malmendier argumentiert, dass die aktuellen Maßnahmen die Unterstützung zu stark streuen und damit diejenigen verfehlen, die sie am dringendsten benötigen. Stattdessen fordert sie eine konsequentere Konzentration auf die verwundbarsten Haushalte.
Malmendier zufolge führt der breite Ansatz der Regierung zu unerwünschten Nebenwirkungen. Indem fast die gesamte Bevölkerung entlastet werde, entstehe ein System, das Arbeit entmutige und Untätigkeit belohne, so ihre Kritik. Dadurch schwäche man die Anreize für Empfänger, eine Beschäftigung zu suchen.
Um das Problem zu lösen, schlägt sie eine strengere Bedürftigkeitsprüfung vor: Hilfen sollten nur noch an die 20 Prozent der am stärksten Bedürftigen gehen – und nicht wie bisher an die gesamte Bevölkerung. Ihr Plan setzt darauf, Daten aus Steuerakten, Sozialsystemen und Zahlungsplattformen zusammenzuführen, um echte Härtefälle präzise zu identifizieren.
Neben der präziseren Zielgruppenansprache regt Malmendier an, Bürokratie abzubauen und die Regeln auf dem Arbeitsmarkt zu reformieren. Diese Maßnahmen, so ihre Überzeugung, könnten die Belastung für das Steuersystem verringern und künftige Steuererhöhungen überflüssig machen. Ziel sei es, die Hilfen effizienter zu gestalten und unnötige Kosten zu vermeiden.
Würden Malmendiers Vorschläge umgesetzt, hätte dies weitreichende Folgen für die deutsche Krisenhilfe: Weniger Menschen erhielten dann zwar Unterstützung – doch diejenigen, die sie bekämen, profitierten von gezielterer und wirksamerer Hilfe. Gleichzeitig ließen sich der Verwaltungsaufwand senken und Steuererhöhungen in zentralen Bereichen verhindern.






