28 June 2026, 20:22

Ex-SPD-Politikerin Hülya Iri in Veruntreuungsaffäre um 900.000 Euro Fördergelder verwickelt

Der Zuschuss-Skandal aus Hannover geht in die nächste Runde

Ex-SPD-Politikerin Hülya Iri in Veruntreuungsaffäre um 900.000 Euro Fördergelder verwickelt

Hülya Iri, ehemalige stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Hannoveraner SPD, sieht sich Vorwürfen der Veruntreuung öffentlicher Gelder ausgesetzt. Im Mittelpunkt stehen die Vorwürfe zum Projekt „Respekt Café Kronsberg – Hannover“, das erhebliche Fördermittel erhielt, ohne dass nachweisbare Aktivitäten stattfanden. Erste offizielle Bedenken wurden im Dezember 2022 geäußert.

Das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderte Projekt erhielt 2023 insgesamt 924.479 Euro. Bereits bis Juni desselben Jahres waren davon fast 740.000 Euro ausgezahlt worden. Weitere Mittel stammten aus Niedersachsen und der Region Hannover.

Später stellten Insolvenzverwalter fest, dass es keine Belege für ein aktives Vereinsleben im Café gab. Iri und ihre Tochter Esma Bozdemir sollen sich Schätzungen zufolge mindestens 685.000 Euro an Gehältern ausgezahlt haben. Bozdemir allein erhielt über mehrere Jahre hinweg 155.000 Euro. Iris monatliche Bezüge stiegen dabei stark an – von 1.000 Euro im Jahr 2022 auf 7.680 Euro im November 2023.

Doris Schröder-Köpf, die ehemalige Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder, hatte Iri zuvor in einem Schreiben aus dem Jahr 2018 unterstützt. Die SPD betont, keine Verbindung zu dem betroffenen Verein zu haben.

Im Fall geht es um beträchtliche öffentliche Mittel, deren vorgesehene Verwendung nicht nachvollziehbar ist. Die Ermittlungen zur finanziellen Abwicklung des Projekts laufen weiter. Die SPD hat sich unterdessen deutlich von dem im Zentrum der Vorwürfe stehenden Verein distanziert.

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