Fastnacht in Franken: Söder als Braveheart – wie Bayerns Politiker mit Kostümen provozieren
Anton BlochFastnacht in Franken: Söder als Braveheart – wie Bayerns Politiker mit Kostümen provozieren
Bayerische Spitzenpolitiker setzen mit Kostümen bei der Fastnacht in Franken in Veitshöchheim klare Zeichen
Bei der diesjährigen Fastnacht-in-Franken-Gala in Veitshöchheim nutzten bayerische Politiker ihre Kostüme für markante politische Botschaften. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erschien als Braveheart – eine Wahl, die er mit den Spannungen zwischen Bayern und Berlin in Verbindung brachte. Auch andere prominente Gäste setzten mit ihren Outfits Akzente für ihre Anliegen.
Söders Kostüm wurde maßgeschneidert von Dirk Hirsch, dem Leiter der Kostümabteilung des Staatstheaters Nürnberg. Der CSU-Chef erklärte, sein Braveheart-Auftritt stehe "ein bisschen für das Verhältnis zwischen Bayern und Berlin" und unterstreiche damit die ablehnende Haltung seiner Partei gegenüber der Bundespolitik. Der Auftritt fiel in eine Phase anhaltender Reibereien zwischen München und der Hauptstadt seit der Wahl 2023.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) wählte einen anderen Ansatz: Ihr Kostüm thematisierte den Meeresschutz. Mit türkisfarbenen Lidern und einem Fischernetz als Accessoire bezog sie ihr Outfit auf die Schwerpunkte ihres Ressorts in der Meeresforschung.
Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, präsentierte sich derweil als Suffragette. Ihr Kostüm warb für die Kampagne Bayern ruft, die mehr Frauen dazu motivieren soll, für politische Ämter zu kandidieren.
Die Gala entwickelte sich einmal mehr zu einer Bühne für politische Statements in Kostümform. Während Söders Braveheart den Widerstandskurs seiner Partei gegen Berlin betonte, nutzten Bär und Aigner ihre Auftritte, um für Umweltschutz und Gleichberechtigung zu werben. Das Event zeigte erneut, wie bayerische Politiker Tradition mit zeitgenössischer Politik verbinden.






