Gebrauchtwagenpreise stabilisieren sich nach Pandemie-Chaos und Chipkrise
Anton BlochGebrauchtwagenpreise stabilisieren sich nach Pandemie-Chaos und Chipkrise
Die Coronavirus-Pandemie hat globale Lieferketten durcheinandergebracht und die Automobilbranche besonders hart getroffen. Durch den Mangel an Halbleitern und Produktionsverzögerungen wurden weniger Neuwagen hergestellt, was die Preise für Gebrauchtfahrzeuge in die Höhe trieb. Nun zeigen sich langsam Anzeichen einer Stabilisierung, während sich der Markt allmählich anpasst.
Zwischen 2021 und 2022 trieb der Mangel an jungen Gebrauchtwagen die Preise um etwa 19 % nach oben. Die Chipkrise allein führte 2021 weltweit zu Produktionsausfällen von sieben bis elf Millionen Fahrzeugen. Halbleiterhersteller hatten ihre Kapazitäten auf Unterhaltungselektronik verlagert, sodass die Automobilkonzerne mit Engpässen kämpften.
Die Lieferzeiten für Neuwagen verlängerten sich von sechs auf bis zu achtzehn Monate. Dieses knappe Angebot hielt die Gebrauchtwagenpreise auf hohem Niveau – in Deutschland erreichten sie 2023 ihren Höhepunkt. Bis Anfang 2025 pendelten sich die Durchschnittspreise bei etwa 27.800 Euro ein, ein Rückgang von rund fünf Prozent gegenüber dem Höchststand von 2023.
Nicht alle Fahrzeugtypen folgten dem gleichen Trend. SUVs und beliebte Kompaktmodelle wie der VW Tiguan, der BMW X1 oder der Audi Q3 behalten ihren Wert oder steigen sogar im Preis. Drei Jahre alte Batterie-Elektroautos hingegen erzielen nur noch etwa 50 % ihres ursprünglichen Werts – im Vergleich zu 63,5 % bei Benzinern und 62,2 % bei Dieselfahrzeugen. Besonders Luxus-Elektromodelle wie der Mercedes EQS verloren in nur wenigen Jahren bis zu 45 % ihres Werts.
Die Rückgabe von Leasingfahrzeugen entlastet schrittweise den Gebrauchtwagenmarkt. Dennoch liegen die Bestände weiterhin etwa 25 % unter dem Niveau vor der Pandemie.
Nach Jahren der Preisschwankungen durch Lieferkettenstörungen haben sich die Gebrauchtwagenpreise stabilisiert. Während einige Modelle weiterhin hohe Wiederverkaufswerte aufweisen, verlieren Elektrofahrzeuge – insbesondere Luxusmodelle – schneller an Wert als herkömmliche Verbrenner. Der Markt passt sich weiter an, auch wenn die Lagerbestände noch nicht vollständig aufgeholt haben.






