Geisterparade in Köln feiert 35 Jahre mit Protest und Karneval gegen Wohnungsnot
Anton BlochGeisterparade in Köln feiert 35 Jahre mit Protest und Karneval gegen Wohnungsnot
Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit Protest und Karnevalsstimmung
Mit einer lebendigen Mischung aus politischem Aktivismus und karnevalesker Ausgelassenheit hat die Kölner Geisterparade ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert. Tausende zogen durch die Straßen, verbanden gesellschaftskritische Forderungen mit opulenten Kostümen und riesigen Puppen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Kölner Veranstaltung stand die Wohnungsnot in der Domstadt – begleitet von kreativen Inszenierungen und ausdrucksstarken Performances.
Unter dem Motto "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik – mer können nit all em Kölner Dom schlofe" (sinngemäß: "Höchste Zeit für eine andere Wohnungspolitik – wir können nicht alle im Kölner Dom schlafen") forderte die Parade bessere Wohnraumkonzepte für Köln. Viele Teilnehmer:innen verkleideten sich als Geister, Hexen oder Fabelwesen, oft mit Bezügen zur Wohnungsproblematik: Einige trugen Häuser als Kopfbedeckung, andere präsentierten sich als "Miethai" – ein Wortspiel, das die hohen Mieten auf die Schippe nimmt.
Ein Höhepunkt war ein gewaltiger, durchsichtiger Tintenfisch aus Plastikflaschen und -deckeln, der als Symbol für Umweltzerstörung durch die Menge schwebte. Dazu gesellten sich klirrende "Schnappviecher", übergroße Tierfiguren, die von kleinen Gruppen durch das Gedränge getragen wurden. Erich Hermans, Mitbegründer der organisierenden Gruppe Ähzebär un Ko e.V., führte den Kölner Umzug als "Ähzebär" an und spielte dabei auf einem selbstgebastelten "Rummelpot"-Instrument.
Der Zug endete am Odonien, einem lokalen Kölner Kulturort, wo Live-Musik und Unterhaltung die Feier bis tief in die Nacht verlängerten.
Die Geisterparade vereinte einmal mehr Kunst, Aktivismus und Gemeinschaftsgeist. Mit ihrer 35-jährigen Tradition bleibt die Kölner Veranstaltung eine einzigartige Plattform für politischen Ausdruck und kreative Feiern. Dass in diesem Jahr Wohnungsnot und Nachhaltigkeit im Fokus standen, spiegelt die drängenden Themen der Stadt wider.






