Geisterrad in Zwintschöna mahnt: Tod eines Radfahrers bleibt unvergessen
Frieder LachmannGeisterrad in Zwintschöna mahnt: Tod eines Radfahrers bleibt unvergessen
Ein weißes Geisterrad steht nun am Friedrichsbad in Zwintschöna als stummer Mahnmal. Es markiert die Stelle, an der im Juni vergangenen Jahres ein 64-jähriger Radfahrer nach einer Kollision mit einem Auto auf der Landesstraße 167 ums Leben kam. Die Installation des ADFC Halle-Saalekreis dient zugleich als Gedenkzeichen und als Protest gegen die anhaltenden Sicherheitsrisiken für Radfahrer.
Der tödliche Unfall ereignete sich am 20. Juni 2025 an der Kreuzung Reideburger Straße / Am Friedrichsbad. Seitdem bleibt das Geisterrad – ein weltweit bekanntes Symbol für getötete Radfahrer – an Ort und Stelle und erinnert Autofahrer wie Verantwortliche an die dringende Notwendigkeit sicherer Straßen.
Der ADFC fordert von den Behörden Sachsen-Anhalts umgehende Maßnahmen. Zu den zentralen Forderungen gehören eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h an der Unfallstelle sowie der Bau eines separaten Radwegs entlang der Landesstraße 167. Die Initiative argumentiert, dass eine räumliche Trennung von Rad- und motorisiertem Verkehr entscheidend ist, um weitere Tragödien zu verhindern.
Über diesen Einzelfall hinaus kritisiert der ADFC das generelle Versagen des Landes beim Ausbau der Radinfrastruktur. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LSBB) wird vorgeworfen, die Entwicklung von Radwegen an Landesstraßen sträflich zu vernachlässigen. Zudem fordert der Verband strengere Sicherheitsvorkehrungen auf ländlichen Strecken, wo Radfahrer besonders gefährdet sind.
Langfristig orientiert sich der ADFC an der Vision Zero – einem Verkehrssystem, das Todesfälle und schwere Verletzungen vollständig vermeiden soll. Bis dahin bleibt das Geisterrad am Friedrichsbad sowohl Mahnung als auch Aufruf zum Handeln.
Die Proteste des ADFC zeigen, wie groß die Defizite in der Radverkehrssicherheit Sachsen-Anhalts nach wie vor sind. Während das Geisterrad an den verstorbenen Radfahrer erinnert, übt seine Präsenz Druck auf die Behörden aus, endlich bei Tempolimits, Infrastruktur und langfristiger Straßenplanung aktiv zu werden. Ohne solche Veränderungen, warnt der Verband, bleibe das Leben von Radfahrern weiter in Gefahr.






