17 March 2026, 00:48

Groß-Gerau lehnt Milliarden-Investition für eines der größten Rechenzentren Europas ab

Ein detaillierter Stadtplan von Chemnitz, Deutschland, auf Papier mit Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten sowie darauf geschriebenem Text.

Groß-Gerau lehnt Milliarden-Investition für eines der größten Rechenzentren Europas ab

Politiker in Groß-Gerau haben eine 2,5-Milliarden-Euro-Investition des US-Unternehmens Vantage Data Centres abgelehnt. Damit ist der Bau eines der größten Rechenzentren Europas in der Stadt vom Tisch. Lokale Verantwortliche sehen sich nun mit Kritik wegen entgangener Steuereinnahmen und Arbeitsplätze konfrontiert.

Der Stadtrat stimmte mit 18 zu 14 Stimmen gegen das 174-Megawatt-Rechenzentrum, das auf einem 14 Hektar großen Gelände entstehen sollte. Die regierende Koalition aus SPD, Grünen, Liberalen und linken Mitgliedern lehnte das Vorhaben ab. Gegner argumentierten, die massiven Gebäude würden das Stadtbild verschandeln, übermäßige Hitze erzeugen und Frischluftschneisen stören.

Vantage Data Centres verteidigte das Projekt und wies darauf hin, dass die Befürchtungen zu Hitzeentwicklungen übertrieben seien. Sprecher Luka Kim betonte Pläne, die Abwärme für die städtische Fernwärme zu nutzen. Dennoch blieben Anwohner und einige Politiker unüberzeugt.

Die angespannte Haushaltslage der Stadt spielte in der Debatte eine zentrale Rolle. Der Datenanalyst Tobias Lorenz kritisierte die ästhetischen Bedenken angesichts der finanziellen Notlage. CDU-Fraktionschef Thomas Hlubek bezeichnete die Ablehnung als verpasste Chance und verwies auf dringend benötigte Steuereinnahmen und einen verlässlichen Investor.

Bürgermeister Jörg Rüddenklau und SPD-Chefin Susanne Theisen-Canibol wiesen Rückfragen zu externem Druck auf die Abstimmung zurück. Die Entscheidung sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit und löste in sozialen Medien Kritik aus. Unterdessen verzögert sich in Maintal ein separates Rechenzentrumsprojekt des Unternehmens Edgeconnex wegen unklarer Angaben zu dessen Gaskraftwerk – ein Fall, der mit Groß-Gerau nicht in Zusammenhang steht.

Die Ablehnung bedeutet für Groß-Gerau den Verzicht auf Millionen an potenziellen Steuereinnahmen und neuen Arbeitsplätzen. Bisher hat die Entscheidung andere deutsche Städte, die ähnliche Projekte prüfen, noch nicht beeinflusst, da sie zu neu ist. Die Debatte zeigt jedoch die Spannungen zwischen wirtschaftlichen Erfordernissen und lokalen Bedenken bei der Infrastrukturentwicklung auf.

AKTUALISIERUNG

Sicherheitsbedenken Treten als Schlüsselfaktor bei der Ablehnung des Vantage Data Center Projekts auf

Neue Analyse zeigt, dass Sicherheitsbedenken eine zentrale Rolle bei der Ablehnung des Vantage Data Centres-Projekts in Groß-Gerau spielten, wobei Kritiker Terrorismus und Cyberbedrohungen als wichtige Einwände nannten. Aktuelle Berichte vom 10.02.2026 betonen:

  • Kritiker nannten Terrorismus, Cyberangriffe und hybride Bedrohungen als zentrale Gründe für die Ablehnung.
  • Sie argumentierten, dass die Gemeinde keine Sicherheitsmaßnahmen wie die Absicherung der Außengrenzen verlangt habe.
  • Die Entscheidung, das Projekt abzulehnen, wurde als 'absurd' in Bezug auf die legitimen Bedenken beschrieben.