Hamburger Jugendhilfe vor dem Aus: VKJH kämpft um Überleben bis Juni
Frieder LachmannHamburger Jugendhilfe vor dem Aus: VKJH kämpft um Überleben bis Juni
Hamburger Jugendhilfeverband VKJH droht wegen unsicherer Finanzierung die Schließung
Der Hamburger Verband für Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) steht vor einer möglichen Schließung, da seine Finanzierung nicht gesichert ist. Die Organisation betreibt 17 Einrichtungen und 27 Projekte in der Stadt, darunter Abenteuerspielplätze, Jugendclubs und Familienberatungsstellen. Ohne eine Lösung bis Ende Juni bleibt ihre Zukunft ungewiss.
Der VKJH führt auch die OHA-Ombudsstelle, die 2017 eingerichtet wurde, um sich für die Rechte von Kindern und Jugendlichen einzusetzen. Dort arbeiten drei Sozialpädagog:innen sowie 25 Ehrenamtliche, die jährlich etwa 300 Beratungen durchführen. Die Stadt plant nun, diesen Service mit einer neuen Ombudsstelle für Kitas zusammenzulegen – was eine erneute Ausschreibung erfordern würde.
Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe (BNO) hat Bedenken geäußert. Es warnt, dass eine Neuausschreibung die etablierte, fachkundige Arbeit der Stelle gefährden könnte. Der Jugendhilferechtsexperte Peter Schruth schlägt stattdessen vor, die bestehende Ombudsstelle einfach um den Bereich der Kitas zu erweitern – ohne neues Auswahlverfahren.
Die finanziellen Probleme des VKJH sind gravierend: Aktuell gibt es nur noch 2,5 Vollzeitstellen für Fachberater:innen und Projektleitungen. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, benötigt der Verband jährlich zusätzliche 120.000 Euro. Falls bis Juni keine Mittel fließen, müsste der VKJH seine Einrichtungen und Projekte an die Bezirksämter abgeben.
Der städtische Plan, die Ombudsstellen zusammenzulegen, droht ein gut funktionierendes System zu zerstören. Ohne weitere Förderung könnte das spezialisierte Jugendhilfenetz des VKJH kollabieren. Eine Entscheidung wird bis Ende Juni erwartet.






