28 March 2026, 20:29

Hessens 40-Euro-Gebühr für Apotheker-Rentner löst bundesweite Proteste aus

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner für dieselben Medikamente zwei bis drei Mal so viel berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Hessens 40-Euro-Gebühr für Apotheker-Rentner löst bundesweite Proteste aus

Hessen erhebt neue Quartalsgebühr von 40 Euro von Apotheker-Rentnern – Protestwelle rollt an

In Hessen wird seit Kurzem eine neue vierteljährliche Gebühr in Höhe von 40 Euro von pensionierten Apothekern erhoben – und stößt damit auf Widerstand, ja sogar auf Proteste. Der Schritt folgt einer kürzlichen Gesetzesänderung, doch die Ermittlung der betroffenen Berufsträger gestaltet sich schwierig. Unterdessen kommt es bundesweit zu Demonstrationen, an denen sich fast 25.000 Apotheker gegen steigende Kosten zur Wehr setzen.

Die Landesapothekerkammer Hessen (LAK) führte die Abgabe nach einer Novellierung des Rechtsrahmens ein. Unter dem Codenamen "Aktion Abendsonne" (KoReLa) leitet Friedrich Geerth, der zuständige Abteilungsleiter, die Maßnahme. Sein Team – darunter der junge Mitarbeiter Leon-Luca Wagner-Neumann – hat jedoch Mühe, die Gebühren einzuziehen, besonders bei älteren Apothekern.

Ein Beispiel: Dr. Roswitha Hinkebein, seit 1972 approbiert. Wagner-Neumann verbrachte einen ganzen Tag damit, sie ausfindig zu machen – vergeblich, denn die Apothekerin entzog sich wiederholt. Auch Telefonversuche scheitern häufig, da viele Senioren sich sträuben oder über keine modernen Kommunikationsmittel verfügen.

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Um die Akzeptanz zu erhöhen, startete die Taskforce eine "Service-Offensive". Rentner können die Gebühr nun gegen Leistungen wie VHS-Kurse, Aqua-Fitness oder ein Seniorenticket für den Nahverkehr eintauschen. Dennoch halten die Proteste an: Allein in Berlin demonstrierten rund 4.000 Apothekenmitarbeiter. Sie fordern eine höhere Pauschale von 9,50 Euro pro Rezept.

Am Montag wird die Gesundheitsfinanzkommission weitreichende Einsparvorschläge vorlegen, die Einschnitte in Höhe von zehntausenden Millionen vorsehen. Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (KBV), warnte, dass gekürzte Vergütungen zu weniger Patiententerminen führen würden. Ähnliche Proteste gab es in Düsseldorf, Hannover und München, wenn auch ohne genaue Teilnehmerzahlen.

Die 40-Euro-Gebühr hat eine Welle des Widerstands ausgelöst: Während sich Rentner der Beitragspflicht entziehen, gehen aktive Apotheker auf die Straße. Mit dem anstehenden Bericht der Gesundheitsfinanzkommission spitzt sich der Konflikt um die Finanzierung des Gesundheitswesens zu. Die Folgen könnten in den kommenden Monaten sowohl den Apothekenbetrieb als auch die Patientenversorgung grundlegend verändern.

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