Historische Reform im Auswärtigen Amt: Minister Wadephul startet radikalen Umbau
Raphaela HermighausenHistorische Reform im Auswärtigen Amt: Minister Wadephul startet radikalen Umbau
Das Auswärtige Amt steht vor der umfangreichsten Strukturreform seit Jahren. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat die tiefgreifenden Veränderungen angestoßen, die das Ministerium in Aufbau und Hierarchie neu ordnen werden.
Federführend bei der Umgestaltung sind die beiden Berufsbeamten und Staatssekretäre Géza Andreas von Geyr und Bernhard Kotsch. Ihr Plan sieht vor, ganze Abteilungen aufzulösen, zusammenzulegen oder umzustrukturieren. Im Rahmen der Reform werden vier Unterabteilungen und neun Fachreferate abgeschafft.
Die Position des Politischen Direktors wird neu definiert – ein Schritt, den einige erfahrene Diplomaten als Schwächung seines Einflusses werten. Die Zuständigkeit für Russland und die Ukraine wechselt in die Europa-Abteilung. Gleichzeitig wird der USA-/Kanada-Referat in eine neu geschaffene Amerika-Abteilung eingegliedert, die erstmals nord- und lateinamerikanische Angelegenheiten zusammenführt.
Sämtliche Einheiten in der Berliner Zentrale erhalten neue Bezeichnungen. Fast 3.000 Mitarbeiter werden neue E-Mail-Adressen zugewiesen bekommen. Betroffene Abteilungen werden zudem im Herbst ihre Büroräume wechseln.
Das Ministerium bezeichnet die Reform als die bedeutendste der jüngeren Geschichte. Die Änderungen werden interne Strukturen, Ressortzuständigkeiten und den Arbeitsalltag verändern. Die Umsetzung läuft bereits, weitere Anpassungen sind in den kommenden Monaten zu erwarten.






