Hitlers gepanzerter Mercedes bleibt unverkauft – trotz Millionengebot
Raphaela HermighausenHitlers gepanzerter Mercedes bleibt unverkauft – trotz Millionengebot
Ein seltener Mercedes-Benz, den Adolf Hitler einst für militärische Paraden nutzte, ist in den USA unter den Hammer gekommen. Das Modell von 1939, bekannt als der "Große Mercedes", stieß auf großes Interesse, blieb jedoch unverauft, nachdem der Besitzer ein Gebot über sieben Millionen Dollar abgelehnt hatte. Experten hatten mit einem Erlös zwischen sieben und neun Millionen Dollar gerechnet.
Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Mercedes-Benz 770 (W 150), von dem nur 88 Exemplare jemals gebaut wurden. Angetrieben von einem 7,7-Liter-Reihenkraftwerk mit acht Zylindern und 230 PS, war er auf Prestige und Langlebigkeit ausgelegt. Hitlers Version verfügte über Sonderanfertigungen: eine verstärkte Windschutzscheibe, gepanzerte Seitenverkleidungen und ein Gewicht von bis zu fünf Tonnen. Bei Paraden wurde die Geschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt, um übermäßigen Reifenverschleiß zu vermeiden.
Zwischen 1939 und 1943 tauchte der Wagen regelmäßig in der NS-Propaganda auf und transportierte Hitler sowie ausländische Staatsführer. 1940 fuhr er mit Benito Mussolini durch München – in genau diesem Modell. Noch im selben Jahr war der Mercedes bei der Siegparade in Berlin nach der französischen Kapitulation zu sehen. Ursprünglich kostete die viertürige Version 44.000 Reichsmark (heute etwa 182.000 Euro), während die Siebensitzer-Variante auf 47.500 Reichsmark (inflationsbereinigt rund 196.000 Euro) kam.
Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten die Alliierten das Fahrzeug und brachten es in die USA. Dort wurde es über die Jahrzehnte hinweg akribisch instand gehalten. Die jüngste Versteigerung übernahm das Auktionshaus Worldwide Auctioneers; das höchste Gebot lag bei sieben Millionen Dollar. Obwohl damit die untere Schätzgrenze erreicht war, lehnte der Verkäufer ab – der Wagen bleibt vorerst unverkauft.
Die Auktion unterstreicht die anhaltende Faszination für historische Militärobjekte. Der "Große Mercedes" zählt zu den wenigen erhaltenen Exemplaren aus Hitlers Paradenflotte. Ungewiss ist nun, wann das Fahrzeug wieder auf den Markt kommt – und ob es dann den Mindestpreis erreichen wird.






