IHK-Umfrage zeigt gespaltene Wirtschaft vor der Landtagswahl in Hessen
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main hat ihre jüngste Konjunkturumfrage veröffentlicht, die vor den anstehenden Landtagswahlen im Herbst eine gespaltene Stimmungslage in der Wirtschaft zeigt. Zwar stufen 94 Prozent der Unternehmen eine sichere und bezahlbare Energieversorgung als oberste Priorität ein, doch nur ein Viertel erwartet in naher Zukunft eine Besserung der eigenen Lage.
Der IHK-Konjunkturklimaindex liegt derzeit bei 103,4 Punkten und verzeichnet damit einen leichten Anstieg des Vertrauens. Die Ergebnisse fallen jedoch branchenübergreifend unterschiedlich aus: Während der Einzelhandel mit schwachen Umsätzen rechnet, blicken Dienstleistungsunternehmen optimistischer in die Zukunft.
In der Industrie und im Großhandel hat sich die Stimmung zwar leicht verbessert, bleibt aber verhalten. Insgesamt bewerten 27 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“, während 17 Prozent sie als „schlecht“ beschreiben. Für die kommenden Monate erwarten 21 Prozent eine positive Entwicklung, doch 24 Prozent zeigen sich pessimistisch.
Die Investitionsbereitschaft ist gedämpft, und weniger Unternehmen planen, neues Personal einzustellen. Die Exportaussichten haben sich nur moderat erholt. Markus Weinbrenner, Hauptgeschäftsführer der IHK Offenbach, nennt fünf zentrale Handlungsfelder für wirtschaftliches Wachstum: niedrigere Steuern, weniger Bürokratie, Energiesicherheit, hochwertige Bildung und moderne Infrastruktur. Zudem betont er, dass die ökologische Transformation stärker auf Marktkräfte setzen sollte als auf Zwangsmaßnahmen.
Die Wirtschaft fordert die künftige Landesregierung auf, diese Themen mit Nachdruck anzugehen.
Die Umfrage offenbart eine zersplitterte Wirtschaftslandschaft, in der Energiesicherheit und wirtschaftliche Stabilität die drängendsten Sorgen sind. Zwar zeigen sich in einigen Branchen vorsichtige Hoffnungsschimmer, doch Investitionen und Einstellungen bleiben schwach. Die Unternehmen erwarten nun von den Politikern nach der Wahl Lösungen für diese Herausforderungen.






