Italo drängt auf deutschen Fernverkehr – Chance oder Risiko für Regionalstrecken?
Frieder LachmannItalo drängt auf deutschen Fernverkehr – Chance oder Risiko für Regionalstrecken?
Italienischer Hochgeschwindigkeitszugbetreiber Italo drängt auf den deutschen Fernverkehrsmarkt
Der italienische Hochgeschwindigkeitszuganbieter Italo steht kurz davor, in den deutschen Fernverkehr einzutreten. Die Fahrgastorganisation Pro Bahn begrüßt diesen Schritt, warnt jedoch, dass klare Regeln notwendig seien, um fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Gleichzeitig macht der Verband auf Risiken für ländliche Regionen und den Regionalverkehr aufmerksam.
Pro Bahn sieht in Italos Markteintritt eine Chance, den deutschen Schienenverkehr zu stärken. Der italienische Betreiber plant, Züge auf stark frequentierten Strecken wie Berlin–München, München–Hamburg sowie Köln–Frankfurt–München einzusetzen.
Die Interessenvertretung fordert jedoch strenge politische Vorgaben, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Gefordert wird eine unabhängige nationale Behörde, die für die Streckenvergabe und Dienstleistungen zuständig ist. Zudem verlangt Pro Bahn rechtlich verbindliche Schutzmechanismen für bestehende Regionalzüge, sobald Trassenverträge vergeben werden.
„Fairer Wettbewerb muss allen Fahrgästen zugutekommen“, betont Michael Koch, stellvertretender Bundesvorsitzender von Pro Bahn. Der Verband setzt sich für ein einheitliches Tarifsystem bei allen Fernverkehrsanbietern ein – inklusive gemeinsamer Zeitkarten und Rabattmodelle nach dem Vorbild der BahnCard. Gleichzeitig warnt er davor, dass neue Anbieter sich nur die lukrativsten Strecken herauspicken könnten, was schwächere Regionen mit weniger Verbindungen zurücklassen würde.
Ziel der Forderungen von Pro Bahn ist es, zu verhindern, dass ländliche Gebiete, Regionalzüge und Stammkunden das Nachsehen haben. Die Organisation pocht auf einheitliche Tarife und eine starke Aufsicht, damit der Wettbewerb allen zugutekommt. Italos Expansion nach Deutschland wird zeigen, ob diese Schutzmechanismen tatsächlich umgesetzt werden.






