Italo droht mit Fernverkehrs-Expansion die Bahnrevolution in Deutschland auszulösen
Raphaela HermighausenItalo droht mit Fernverkehrs-Expansion die Bahnrevolution in Deutschland auszulösen
Italo, eine Tochter der EVN, plant ab 2028 mit Fernverkehrszügen in Deutschland zu expandieren. Der Vorstoß löst Bedenken über die Auswirkungen auf bestehende Zugverbindungen im ganzen Land aus. Mindestens 16 Städte könnten ihre ICE- und IC-Anbindungen verlieren, falls der neue Anbieter auf den Markt kommt.
Italo will seine Dienste auf zwei Hauptstrecken aufnehmen: München–Frankfurt–Köln–Dortmund sowie München–Berlin–Hamburg. Die Ankündigung hat Warnungen von Branchenvertretern ausgelöst, die vor einer Überlastung der Schienenkapazitäten und möglichen Streichungen im Angebot warnen.
Michael Peterson, Leiter des Fernverkehrs bei der Deutschen Bahn, erklärte, dass bis zu 120 Bahnhöfe betroffen sein könnten. Auch Christian Bernreiter, Bayerns Verkehrsminister, äußerte Sorgen über den Wettbewerb um die begrenzten Trassenkapazitäten.
Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), kritisierte Italos Vorgehen scharf und warf dem Unternehmen vor, sich ausschließlich auf die lukrativsten Strecken zu konzentrieren. Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, forderte die Politik auf, klarere Regeln zu schaffen, um den wachsenden Wettbewerb zu steuern.
Der Markteintritt von Italo könnte den Fernverkehr in Deutschland grundlegend verändern. Die EVG warnt vor möglichen Kürzungen im Regionalverkehr, falls Kapazitäten zugunsten des neuen Anbieters umverteilt werden. Nun stehen die Deutsche Bahn und die Politik unter Druck, die anstehenden Herausforderungen bis zum Start 2028 zu lösen.






