19 April 2026, 20:26

Julian Reichelt: Warum der Medienstreit um Machtmissbrauch noch lange nicht vorbei ist

Cartoon-Illustration einer Gerichtsszene mit einem zentralen stehenden Mann, sitzenden Figuren, einem Tisch mit Gegenständen auf der rechten Seite und dem Text "Boney's Trial, Sentence, and Dying Speech Europe's Injuries Revenged" unten.

Julian Reichelt: Warum der Medienstreit um Machtmissbrauch noch lange nicht vorbei ist

Der Rechtsstreit und Medienkonflikt um den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt hat in den letzten Monaten neue Wendungen genommen. Ein umstrittener ARD-Bericht über angebliches Fehlverhalten ist nicht mehr abrufbar, während der Norddeutsche Rundfunk (NDR) darauf drängt, zensierte Passagen wiederherzustellen. Der Fall, der Anfang 2023 erstmals für Aufsehen sorgte, bleibt ungelöst – und zentrale Fragen könnten erst 2026 geklärt werden.

Die Kontroverse begann im Februar 2023, als die ARD-Sendung Reschke Fernsehen einen Bericht ausstrahlte, in dem Reichelt vorgeworfen wurde, seine Machtposition bei Bild missbraucht zu haben. Das Magazin legte nahe, er habe mehrere Beziehungen zu Untergebenen unterhalten und möglicherweise Frauen zu sexuellen Kontakten gedrängt. Reichelt bestreitet diese Vorwürfe seit jeher und betont, niemanden unter Druck gesetzt zu haben.

Als Reaktion beantragte er eine einstweilige Verfügung, die die ARD zwang, zentrale Abschnitte der Sendung zu schwärzen. Der vollständige Bericht ist mittlerweile nicht mehr in der ARD-Mediathek verfügbar, da die zweijährige Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Der NDR hat die Angelegenheit unterdessen zu einem vollwertigen Gerichtsverfahren eskaliert und strebt die Wiederherstellung der zensierten Passagen an. Der Sender plant, Zeugen zu laden, darunter eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer Beziehung genötigt.

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Weitere Verwicklungen ergaben sich, als eine Untersuchung des Stern die Glaubwürdigkeit einer weiteren Anklägerin infrage stellte. Dennoch bleibt unklar, wie viele Affären Reichelt tatsächlich mit Mitarbeiterinnen hatte – und ob dabei Zwang im Spiel war. Während des gesamten Verfahrens inszeniert sich Reichelt als Opfer einer politischen Schmierenkampagne, ohne öffentlich Selbstkritik zu üben.

Der Fall zieht sich weiterhin hin, und der Rechtsstreit des NDR könnte Teile des ursprünglichen Berichts wieder zugänglich machen. Doch die endgültige Klärung der offenen Fragen – einschließlich des vollen Ausmaßes von Reicheltes Verhalten – könnte erst im Frühjahr 2026 erfolgen. Bis dahin bleibt die Debatte über sein Handeln und die mediale Aufarbeitung des Falls unabgeschlossen.

Quelle