Klimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren: Ende Gelände blockiert Kraftwerke und Industrieanlagen
Anton BlochKlimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren: Ende Gelände blockiert Kraftwerke und Industrieanlagen
Klimaschutzaktivist:innen haben in dieser Woche eine Welle von Protesten in der deutschen Ruhrregion ausgelöst. Die von dem antikapitalistischen Bündnis Ende Gelände organisierten Kundgebungen richten sich gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastrukturen und große Industrieanlagen. Da am Samstag Tausende weitere Teilnehmer:innen erwartet werden, steigt die Spannung, während Polizei und Gerichte in die geplanten Aktionen eingreifen.
Am Freitag nahmen rund 1.500 Demonstrant:innen an koordinierten Protesten im gesamten Ruhrgebiet teil. In Gelsenkirchen blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven, wo Betreiber eine zusätzliche Gaseinheit errichten wollen. Einige Protestierende installierten sogar Solarpaneele auf dem Gelände, um für erneuerbare Alternativen zu werben.
Unterdessen besetzten in Mülheim an der Ruhr Demonstrant:innen Gleisanlagen des Werks Europipe, Europas größtem Hersteller von Pipeline-Rohren. Eine weitere Gruppe in Hamm zog in Richtung Hauptbahnhof und trug ein Transparent mit der Aufschrift „Energiekonzerne enteignen!“ An anderer Stelle unterbrachen Aktivist:innen den Schichtwechsel in der Gießerei Friedrich Wilhelms Hütte – einem Betrieb, der mit dem Rüstungskonzern KNDS verbunden ist, an dem die Bundesregierung eine Teilbeteiligung anstrebt.
Auch rechtliche Auseinandersetzungen prägen die Proteste: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte ein polizeiliches Verbot für eine geplante Demonstration am Kraftwerk Gersteinwerk. Trotz des Urteils haben die Organisator:innen Berufung eingelegt und kündigten an, die Eröffnungskundgebung möglicherweise in die Nähe von Hamm zu verlegen. Prominente Unterstützung, unter anderem von Greta Thunberg, könnte am Samstag noch mehr Menschen mobilisieren.
Die Proteste haben bereits erhebliche Störungen verursacht, da Aktivist:innen gezielt Energie- und Industrieinfrastrukturen ins Visier nehmen. Trotz rechtlicher Rückschläge und polizeilicher Auflagen zeigen sich die Organisator:innen entschlossen, ihre Forderungen durchzusetzen. Die Demonstration am Samstag soll die bisher größte werden – mit Umweltgruppen und bekannten Persönlichkeiten, die gemeinsam gegen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen protestieren.






