Kubicki wird unangefochtener FDP-Chef – kann er die Partei retten?
Frieder LachmannKubicki wird unangefochtener FDP-Chef – kann er die Partei retten?
Die Freie Demokratische Partei (FDP) hat am Samstag in Berlin ihren Bundesparteitag eröffnet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Wahl von Wolfgang Kubicki zum neuen Bundesvorsitzenden – als einziger Kandidat tritt er ohne Gegenkandidatur an. Dies geschieht zu einer Zeit, in der die Partei die schwerste Krise ihrer Geschichte durchlebt: Nach dem Verlust aller Bundestagsmandate im Februar 2023 kämpft die FDP ums Überleben.
Seit der Niederlage bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr hat sich die Lage der Liberalen weiter verschärft. Bis März 2023 büßte die Partei auch ihre Vertretung in den Landtagen von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ein. Seither liegen die Umfragewerte durchgehend unter der Fünf-Prozent-Hürde, die für den Wiedereinzug in den Bundestag nötig wäre.
Ursprünglich hatte Henning Höne, FDP-Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen, angekündigt, gegen Kubicki um den Parteivorsitz zu kandidieren. Doch er zog seine Bewerbung zurück und wird stattdessen für den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden antreten. Nach dieser Entscheidung präsentierten sich beide gemeinsam als Zeichen der Geschlossenheit.
Das Vertrauen der Bevölkerung in die FDP bleibt gering. Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt, dass rund zwei Drittel der Befragten zweifeln, ob die Partei – selbst unter neuer Führung – genug Kraft für den Wiedereinzug in den Bundestag sammeln kann.
Kubickis Wahl zum Parteichef gilt nun als sicher, da auf dem Parteitag keine Gegenstimmen zu erwarten sind. Doch die FDP steht vor der Herausforderung, ihre schwachen Umfragewerte zu verbessern und nach einer Serie von Wahlniederlagen wieder an Unterstützung zu gewinnen. Die Beschlüsse dieses Wochenendes werden den weiteren Weg der Liberalen maßgeblich prägen.






