Lehrerin kassierte 16 Jahre Gehalt – und arbeitete heimlich als Alternativmedizinerin
Laila BienLehrerin kassierte 16 Jahre Gehalt – und arbeitete heimlich als Alternativmedizinerin
Eine Lehrerin des Berufskollegs Wesel ist seit mehr als 16 Jahren krankgeschrieben – ohne triftigen Grund. In dieser Zeit soll sie angeblich als Alternativmedizinerin gearbeitet haben, während sie weiterhin ihr volles Gehalt vom Land Nordrhein-Westfalen bezog. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug und Verletzung der Amtspflicht.
Im Mittelpunkt des Falls steht eine Pädagogin, die seit 2008 nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz erschienen ist. Trotz ihrer langen Abwesenheit wurde niemals eine ärztliche Untersuchung angefordert, um ihren Gesundheitszustand zu überprüfen. Stattdessen soll sie beruflichen Tätigkeiten in der Alternativmedizin nachgegangen sein – alles bei weiterlaufender Besoldung durch den Staat.
Die Ermittler haben ein Betrugsverfahren eingeleitet, das sich auf den Zeitraum von 2021 bis 2025 konzentriert. Frühere Jahre könnten bereits verjährt sein. Kürzlich durchsuchten die Behörden ihre Wohnung in Duisburg und beschlagnahmten Unterlagen sowie digitale Speichermedien im Rahmen der Untersuchungen.
Die Ermittlungen erstrecken sich auch auf einen Mitarbeiter der Bezirksregierung Düsseldorf. Beide Beschuldigten stehen im Verdacht, ihre Amtspflichten verletzt zu haben, indem sie vorgesehene Verfahren nicht einhielten.
Als Reaktion darauf hat Nordrhein-Westfalen strengere Kontrollen bei langfristigen oder wiederkehrenden Krankschreibungen angekündigt. Die neuen Maßnahmen sollen ungewöhnliche Muster bei Fehlzeiten schneller erkennen. Zudem will das Land die Transparenz und Überwachung von Mitarbeiter-Krankmeldungen verbessern.
Gegen die Lehrerin wird weiterhin wegen Betrugs und möglichen Pflichtverstößen ermittelt. Sollte sie schuldig gesprochen werden, drohen ihr rechtliche Konsequenzen, weil sie angeblich Krankengeld unter Vorspiegelung falscher Tatsachen bezog, während sie anderweitig arbeitete. Unterdessen verschärft das Land die Kontrollen, um ähnliche Fälle künftig zu verhindern.






