Medikamentenpreise bleiben bis 2026 gedeckelt – mit wichtigen Ausnahmen
Frieder LachmannMedikamentenpreise bleiben bis 2026 gedeckelt – mit wichtigen Ausnahmen
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat die Preisregulierung für verschreibungspflichtige Medikamente bis 2026 verlängert. Mit der Maßnahme soll die finanzielle Belastung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verringert werden, ohne die Unterstützung für Pharmaunternehmen aus dem Blick zu verlieren. Gleichzeitig sind Anpassungen vorgesehen, die höhere Preise für besonders wichtige Arzneimittel und Kindermedikamente ermöglichen.
Die Preisdeckelung sowie die verpflichtenden Herstellerrabatte für erstattungsfähige Medikamente bleiben auch im kommenden Jahr bestehen. Allein 2024 sparten diese Regelungen der GKV rund 2,19 Milliarden Euro ein. Ohne eine Fortführung der Entlastungsmaßnahmen würde der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz für 2026 auf 2,9 Prozent steigen.
Nach dem Arzneimittel-Lieferengpassvermeidungs- und -verbesserungsgesetz (ALVVG) dürfen bestimmte Präparate nun teurer werden. Bei Kinderarzneimitteln und versorgungsrelevanten Medikamenten sind Preiserhöhungen von bis zu 50 Prozent über dem Basispreis möglich. Zudem wurde die Preisobergrenze für Immunglobuline gelockert, um Engpässe zu vermeiden.
Pharmaunternehmen in finanziellen Schwierigkeiten können sich von den gesetzlichen Rabattpflichten befreien lassen. Ein Inflationsausgleichsmechanismus soll die Kosten zusätzlich mindern und bringt 2025 eine Entlastung von 170 Millionen Euro sowie voraussichtlich 79 Millionen Euro im Jahr 2026. Neue Arzneimittel mit Zulassung oder ohne therapeutische Alternativen sind ebenfalls von der Festpreisregelung ausgenommen.
Die verlängerten Preisvorgaben tragen dazu bei, die Beitragssätze der GKV im Jahr 2026 zu stabilisieren. Während die meisten Medikamente weiterhin strengen Preiskontrollen unterliegen, sollen gezielte Anpassungen die Versorgung mit unverzichtbaren Therapien sichern. Die Maßnahmen spiegeln die anhaltenden Bemühungen wider, in Deutschlands Gesundheitssystem Bezahlbarkeit und Verfügbarkeit in Einklang zu bringen.






