07 May 2026, 08:22

Mietstreit zwingt beliebte Berliner Apotheke nach 12 Jahren in die Insolvenz

Apotheke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Wänden, an einer Straßenecke gelegen.

Mietstreit zwingt beliebte Berliner Apotheke nach 12 Jahren in die Insolvenz

Beliebte Apotheke in Berlin-Wilmersdorf schließt nach Insolvenzantrag der Inhaberin

Eine bekannte Apotheke im Westen Berlins hat ihre Türen geschlossen, nachdem ihre Besitzerin, Sohir Ammar, Insolvenz anmelden musste. Die Easy Apotheke in der Wilmersdorfer Straße stellte Ende 2025 den Betrieb ein – obwohl sie zuvor mehr als ein Jahrzehnt lang erfolgreich gewesen war. Die Schließung war nicht auf wirtschaftliche Schwierigkeiten zurückzuführen, sondern auf einen Mietstreit, der Ammar hohe finanzielle Belastungen bescherte.

Sohir Ammar hatte 2023 zwei Standorte der Easy Apotheke übernommen: einen am Kurfürstendamm und einen in der Wilmersdorfer Straße. Letzterer, mit fast 300 Quadratmetern Fläche, war zwölf Jahre lang in Betrieb, bevor er überraschend schließen musste. Der Konflikt begann, als der Vermieter sich entschied, den Mietvertrag nicht zu verlängern und die Räumlichkeiten stattdessen anderweitig zu nutzen. Von dieser Entscheidung war nicht nur die Apotheke betroffen, sondern auch ein benachbartes Bekleidungsgeschäft.

Ohne Vertragsverlängerung blieb Ammar weiterhin für die Finanzierung des Standorts verantwortlich – eine Belastung, die sie schließlich in die Insolvenz trieb. Bei einer Fortführung des Mietverhältnisses wären zwar Verbindlichkeiten im siebenstelligen Bereich entstanden, eine Pleite jedoch vermutlich vermieden worden. Die laufenden Insolvenzverfahren dürften mindestens bis Juli andauern, eine abschließende Klärung wird für August erwartet.

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Unterdessen bleibt die Easy Apotheke am Kurfürstendamm geöffnet und beschäftigt weiterhin acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Anders als bei vielen Apotheken-Schließungen war dieser Fall nicht auf branchenspezifische Wirtschaftskrisen zurückzuführen – beide Standorte hatten vor dem Mietkonflikt profitabel gearbeitet.

Die Schließung der Filiale in der Wilmersdorfer Straße markiert das Ende eines langjährigen Betriebs in dem Viertel. Ammars Insolvenz ist direkt auf den Mietstreit zurückzuführen und nicht auf Fehlmanagement oder Marktdruck. Die verbleibende Apotheke am Kurfürstendamm führt ihren Betrieb fort, doch das Insolvenzverfahren wird voraussichtlich noch mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Quelle