Neue Bühne Senftenberg feiert Comeback – doch Intendant Daniel Ris muss trotz Erfolgen gehen
Anton BlochNeue Bühne Senftenberg feiert Comeback – doch Intendant Daniel Ris muss trotz Erfolgen gehen
Die Neue Bühne Senftenberg erlebt eine Renaissance – doch ihr künstlerischer Leiter muss gehen
Die Neue Bühne Senftenberg hat wieder regionale Aufmerksamkeit erregt, wie zu ihren DDR-Hochzeiten. Diese Wiederbelebung gelingt unter der Leitung von Daniel Ris, dessen Vertrag als Intendant trotz seiner Erfolge nicht verlängert wird. Die Entscheidung sorgt für Debatten, wobei spekuliert wird, ob sein klares Bekenntnis gegen rechtsextreme Ideologien und sein mutiges Programm eine Rolle spielen.
Daniel Ris übernahm die Neue Bühne Senftenberg mit einem Fünfjahresvertrag, der ursprünglich bis 2027 laufen sollte. Unter seiner Führung steigerte das Theater seine Eigenmittel und zog ein größeres Publikum an. Seine innovativen Saisoneröffnungen an historischen Orten wurden zu einem Markenzeichen seiner Amtszeit.
Das jüngste Event begann mit einer lebhaften Debatte über den Sport in der DDR und sein modernes Erbe, gefolgt von einer unterhaltsamen Show mit acht Künstler:innen. Der zweite Teil schlug einen publikumsfreundlichen, identitätsstiftenden Ton an und mied dabei linksextreme Tendenzen. Die Texte des polnischen Regisseurs Kajetan Skurski weckten zunächst DDR-Nostalgie, nahmen dann aber eine satirische Wendung: Sie karikierten den militanten Leistungssport und spielten auf Doping-Skandale an. Den bewegendsten Moment lieferte Schauspielerin Catharina Struwe mit einem Solo über ihre tiefe Verbindung zu ihren sportlichen Schützlingen.
Trotz dieser Erfolge erhielt Ris im März 2023 die Mitteilung, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Weder die Stadt Senftenberg noch der Landkreis Oberspreewald-Lausitz nannten offizielle finanzielle oder strukturelle Gründe. Stattdessen tauchten vage Vorwürfe auf, die seine Führungsqualitäten und Teamfähigkeit infrage stellten – begleitet von unbelegten Schadensersatzforderungen in Höhe von 250.000 Euro. Manche vermuten, dass seine Entlassung mit seiner deutlichen Haltung gegen Neonazis und seiner unkonventionellen, vielfältigen Persönlichkeit zusammenhängt.
Ris zeigt sich frustriert, bleibt aber auf seine vierte Spielzeit fokussiert und lotet gleichzeitig neue berufliche Möglichkeiten aus.
Der erneute Aufstieg des Theaters steht im scharfen Kontrast zur Ungewissheit über Ris' Zukunft. Sein Vertrag läuft zwar noch bis 2027, doch die Gründe für die Nicht-Verlängerung bleiben unklar. Ohne handfeste Beweise für Fehlmanagement wirft die Entscheidung Fragen nach künstlerischer Freiheit und politischer Einflussnahme auf.