02 May 2026, 02:23

Nitrendipin-Mangel in Deutschland hält an – Patienten suchen Alternativen

Liniengraph, der die Anzahl der Todesfälle durch Benzodiazepine in den Vereinigten Staaten im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Nitrendipin-Mangel in Deutschland hält an – Patienten suchen Alternativen

Engpass bei Nitrendipin hält in Deutschland an

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Seit dem letzten Sommer herrscht in Deutschland ein anhaltender Mangel an Nitrendipin, einem weit verbreiteten Kalziumantagonisten. Betroffen sind mittlerweile sowohl die 10-mg- als auch die 20-mg-Dosierungen, was Patienten und Ärzte vor die Herausforderung stellt, alternative Behandlungsmöglichkeiten zu finden. Die Behörden haben das Medikament im Rahmen größerer Lieferkettenstörungen bei älteren Arzneimitteln eingestuft.

Nitrendipin wirkt, indem es den Kalziumeinstrom in die Zellen blockiert, wodurch die Arterien entspannt bleiben und der Blutdruck kontrolliert wird. Es gehört zu einer Wirkstoffgruppe, die in drei Haupttypen unterteilt wird: Nifedipin-Typ, Verapamil-Typ und Diltiazem-Typ. Diese Medikamente sind jedoch nicht für Patienten mit Herzinsuffizienz oder solche geeignet, die sich von einem kürzlichen Herzinfarkt erholen.

Der aktuelle Engpass geht auf Produktionsprobleme beim Hersteller Aristo zurück, der erwartet, dass die Lieferprobleme bei der 20-mg-Dosis bis Ende 2023 anhalten werden. Auch andere Hersteller verzeichnen Verzögerungen. Ratiopharm und Aliud Pharma planen, die Lieferungen der 20-mg-Tabletten bis Ende März wieder aufzunehmen, während AbZ mit einer Wiederverfügbarkeit erst Ende Mai rechnet.

Patienten, die Kalziumantagonisten einnehmen, sollten sich möglicher Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bewusst sein. Wirkstoffe wie Ritonavir, Erythromycin und Clarithromycin können deren Effekt verstärken, während Phenytoin oder Carbamazepin ihn abschwächen können. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Nitrendipin in seine offizielle Liste der gemeldeten Arzneimittelknappheiten aufgenommen und unterstreicht damit die anhaltenden Herausforderungen in der pharmazeutischen Versorgungskette.

Der Mangel an Nitrendipin spiegelt die größeren Schwierigkeiten wider, ältere, aber unverzichtbare Medikamente flächendeckend verfügbar zu halten. Während einige Hersteller die Lieferungen in den kommenden Monaten wieder normalisieren wollen, müssen andere mit längeren Verzögerungen rechnen. Patienten, die auf dieses Medikament angewiesen sind, sollten bis zur Stabilisierung der Bestände mit ihren Ärzten nach alternativen Therapieoptionen suchen.

Quelle