Normenkontrollrat will Bauvorschriften revolutionieren – weniger Kosten, mehr Wohnungen
Frieder LachmannNormenkontrollrat will Bauvorschriften revolutionieren – weniger Kosten, mehr Wohnungen
Nationaler Normenkontrollrat schlägt weitreichende Reform der Bauvorschriften vor
Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) hat umfassende Änderungen der Bauvorschriften vorgeschlagen, um die Kosten zu senken und die Wohnungsnot in Deutschland zu entschärfen. Kern der Pläne ist ein neues, gestuftes System für den Wohnungsbau mit vereinfachten Regeln für Standardprojekte. Bundesministerien haben bereits zentrale Punkte für das geplante Gebäudetyp-E-Gesetz skizziert.
In einem Positionspapier fordert der NKR einen Abschied von übermäßig strengen technischen Vorgaben im Wohnungsbau. Wie NKR-Präsident Lutz Goebel betont, seien nicht alle aktuellen Standards zwingend für Sicherheit oder Gesundheit erforderlich. Stattdessen schlägt der Rat ein dreistufiges Modell vor: einen „Grundstandard“ als Regelausführung, ergänzt um „Mittelklasse“- und „Premium“-Optionen*.
Abweichungen vom Grundstandard sollen nur zulässig sein, wenn sie höheren Qualitätsanforderungen entsprechen. Ziel ist es, die stark gestiegenen Baukosten zu drücken. Die Vorschläge kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung den Entwurf für das Gebäudetyp-E-Gesetz vorbereitet. Justizministerin Stefanie Hubig und Bauministerin Verena Hubertz haben bereits die zentralen Elemente vorgestellt.
Die NKR-Empfehlungen zielen darauf ab, den angespannten Wohnungsmarkt in Deutschland zu entlasten. Ein erster Gesetzentwurf soll in den kommenden Monaten vorgelegt werden – maßgeblich geprägt von den Ratschlägen des NKR.
Falls umgesetzt, könnte das gestufte System die Baukosten senken und den Wohnungsbau beschleunigen. Die Bundesregierung wird die NKR-Vorschläge nun bei der Finalisierung des Gebäudetyp-E-Gesetzes prüfen. Die Reform würde einen grundlegenden Wandel in der Regulierung von Wohnbauprojekten in Deutschland bedeuten.






