07 May 2026, 10:26

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen Online-Gefahren

Gruppe von Polizisten, die an einem Tisch mit Mobiltelefonen und anderen Gegenständen während einer Schulung in einem Raum mit Fenstern und Deckenbeleuchtung sitzen.

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen Online-Gefahren

Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen mit großem Schub für Open Source Intelligence (OSINT) aus

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einer umfassenden Offensive im Bereich Open Source Intelligence (OSINT). Im Rahmen der Initiative werden neue Schulungsprogramme eingeführt und spezialisierte Teams ausgebaut, um Online-Ermittlungen professioneller zu gestalten. Beamte lernen nun, kritische Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen wie sozialen Medien zu gewinnen.

Federführend bei diesem Vorhaben ist das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Ausbilder beim LAFP, leitet die Schulungen für Nachwuchskräfte und Beamte im Rahmen des Projekts „Digitale Streife“. Sein Programm umfasst zehn Module sowie interaktive Videos und sorgt so für einen standardisierten Ansatz bei der Vermittlung von OSINT-Fähigkeiten.

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Das Projekt „Digitale Streife“ startete im September 2024 und stellte zunächst zehn Beamte beim Landeskriminalamt (LKA) ein; zusätzlich wurden fast 100 weitere Kräfte in sechs regionalen Behörden eingebunden. Diese Einheiten unterstützen nun dringende Einsätze im Zusammenhang mit schnell eskalierenden politischen Ereignissen – mithilfe von OSINT werden Bedrohungen verfolgt und Beweise gesichert.

Fabian Coenen leitet die Abteilung 22.2 beim LKA in Düsseldorf, wo OSINT bei politisch motivierter Kriminalität zum Einsatz kommt. Sein Team ist von einst zwei Spezialisten auf 16 Mitarbeiter angewachsen, darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Ihre Arbeit ermöglicht es der Polizei, auf digitale Bedrohungen schneller und effektiver zu reagieren.

Jannik Doktorowski, ein 39-jähriger Kriminalhauptkommissar aus Bielefeld, gehört zu den ersten Beamten, die nach dem neuen System ausgebildet wurden. Mit Hintergrund in der Staatssicherheit betont er, wie das Programm die operationelle Sicherheit und die Echtzeit-Informationsbeschaffung verbessert.

Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten markiert einen bedeutenden Wandel für die Polizei in Nordrhein-Westfalen. Fast 110 Beamte verfügen nun über fortgeschrittene Kenntnisse in digitalen Ermittlungen, während das LKA-Spezialistenteam auf das Achtfache angewachsen ist. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Fähigkeiten der Strafverfolgungsbehörden zur Überwachung und Abwehr von Online-Bedrohungen nachhaltig zu stärken.

Quelle