11 April 2026, 00:30

Offenbachs Gastronomie kämpft mit Millionen unbezahlter Überstunden und Minijobs

Plakat mit zwei Personen vor einem Berg- und Baumhintergrund, mit Text 'Was unser freier Handel bedeutet - Britischer Granit-Arbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit.'

Offenbachs Gastronomie kämpft mit Millionen unbezahlter Überstunden und Minijobs

Beschäftigte in Offenbach leisteten im vergangenen Jahr fast 1,38 Millionen unbezahlte Überstunden

Im letzten Jahr arbeiteten Beschäftigte in Offenbach knapp 1,38 Millionen zusätzliche Stunden – davon blieben 885.000 Stunden unbezahlt, was einem Lohnausfall von rund 12,74 Millionen Euro entspricht. Besonders betroffen ist die Gastronomiebranche, in der viele auf Minijobs angewiesen sind, um über die Runden zu kommen.

Alleiner im Jahr 2023 fielen in Offenbachs Gastronomie 23.000 Überstunden an, davon 9.000 unentgeltlich. Dieser Trend unterstreicht die wachsende Abhängigkeit von sogenannter "Gutfwillen-Arbeit", bei der Mitarbeiter:innen über ihre vertraglich vereinbarten Stunden hinaus arbeiten – ohne angemessene Vergütung. Verschärft wird das Problem dadurch, dass 38 Prozent der Beschäftigten in diesem Sektor Minijobs ausüben, die oft mit unsicheren Arbeitszeiten und niedrigem Lohn einhergehen.

Fachkräftemangel und faire Löhne stehen im Fokus der NGG-Bundeskonferenz in Bremen Die anhaltende Diskussion um Fachkräftemangel und angemessene Bezahlung in der Gastronomie, im Lebensmittelhandwerk und der gesamten Ernährungsbranche wird im Mittelpunkt der Bundeskonferenz der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Bremen stehen. Gewerkschaftsvertreter fordern, dass das Einstiegsgehalt für ausgebildete Köch:innen und Fachkräfte in der Gastronomie bei mindestens 3.000 Euro brutto im Monat für eine Vollzeitstelle liegen sollte. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wird an der Veranstaltung teilnehmen – ein Zeichen für die politische Aufmerksamkeit, die der Branche entgegengebracht wird.

Expert:innen warnen, dass Unternehmen nicht weiter auf unbezahlte Mehrarbeit ihrer Beschäftigten setzen können. Ohne bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen droht der Branche der Verlust weiterer qualifizierter Kräfte an andere Wirtschaftszweige.

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NGG-Konferenz in Bremen: Druck auf höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen Die NGG-Bundeskonferenz in Bremen wird sich für höhere Löhne und fairere Arbeitsbedingungen in der Gastronomie einsetzen. Angesichts der Millionenverluste durch unbezahlte Überstunden in Offenbach steht die Branche unter Zugzwang. Die Ergebnisse der Diskussionen könnten künftige Lohnstandards und Arbeitsmarktpolitik in ganz Deutschland prägen.

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