15 May 2026, 14:32

Provokante Ost-Krimi-Serie startet auf Telegram – mit Uwe Steimle und politischem Zündstoff

Altes Buch mit dem Titel 'Berliner Leben' mit einem Foto von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung auf dem Cover und Text, der seinen Inhalt beschreibt.

Provokante Ost-Krimi-Serie startet auf Telegram – mit Uwe Steimle und politischem Zündstoff

„Volkspolizeiruf Tatort Ost“: Eine provokante neue Krimireihe feiert Premiere auf Telegram

Eine mutige neue Detektivserie mit dem Titel Volkspolizeiruf Tatort Ost soll in Kürze auf ausgewählten Telegram-Kanälen an den Start gehen. Produziert wird die Serie vom ehemaligen Zeitungsverleger Holger Friedrich, der damit Verbrechen an Ostdeutschen in den Fokus rücken will – allerdings mit einer ungewöhnlichen Note. Das Projekt erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), der öffentliche Rundfunksender der Region, die Produktion seiner langjährigen Krimireihen Tatort und Polizeiruf 110 aufgrund von Budgetkürzungen vorerst einstellt.

Im Mittelpunkt der Kontroversen steht Uwe Steimle, ein ostdeutscher Kabarettist, der nach 15 Jahren Pause in das Genre zurückkehrt. Seine Beteiligung hat bereits für Zündstoff gesorgt, darunter einen öffentlichen Streit mit dem Drehbuchautor während einer Presseveranstaltung.

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Die Serie dreht sich um Kommissar Bemme, gespielt von Steimle, der Verbrechen untersucht, die von Westdeutschen oder Migranten an der ostdeutschen Bevölkerung verübt werden. Zu seinem Team gehören Sahra und Egon, wobei Details zu ihren Rollen noch rar sind. Die Pilotfolge mit dem Titel Mord unter der Windkraftanlage umfasst ungewöhnliche 11.000 Seiten und präsentiert einen allwissenden Oktopus, der eine Winzermütze trägt.

Hinter den Kulissen eskalierten die Spannungen auf einer Pressekonferenz, als Steimle und der Drehbuchautor Uwe Tellkamp in einen Konflikt über Drehbuchänderungen gerieten. Das einzige lokale Medium vor Ort, der Pieschener Anzeiger, sah sich mit der Maßnahme konfrontiert, dass seine Reporter von Sicherheitskräften entfernt wurden. Trotz der Reibereien bleibt Friedrich – einst Verleger der Berliner Zeitung und der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung – dem Projekt treu.

Die Serie entsteht als Reaktion auf die Entscheidung des MDR, die Produktion neuer Folgen von Tatort und Polizeiruf 110 für drei Jahre auszusetzen – begründet mit finanziellen Engpässen. Friedrichs Pläne gehen jedoch über das Fernsehen hinaus: Er beabsichtigt, eine ostdeutsche Streaming-Plattform nach dem Vorbild von Netflix zu gründen, die sich ausschließlich regionalen Inhalten widmet. Damit spiegelt sich ein breiteres Bestreben wider, die kulturelle Repräsentation der ehemaligen DDR-Bundesländer zurückzuerobern.

Mit ihrer Premiere auf Telegram und dem Fokus auf ostdeutsche Erzählungen betritt Volkspolizeiruf Tatort Ost bewusst Neuland. Die Serie wird zeigen, ob Nischen-Erzählungen mit politischem Sprengstoff außerhalb des klassischen Rundfunks erfolgreich sein können. Währenddessen hinterlässt der Produktionsstopp des MDR eine Lücke, die Friedrichs Unterfangen sowohl auf dem Bildschirm als auch mit seinem geplanten Streaming-Dienst zu füllen versucht.

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