Schaette triumphiert mit Doppelsieg bei den Klagenfurter Literaturtagen
Raphaela HermighausenSchaette triumphiert mit Doppelsieg bei den Klagenfurter Literaturtagen
Die 50. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt endeten mit einem Doppelsieg für Schaette
Die 50. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt gingen mit einem besonderen Höhepunkt zu Ende: Schaette gewann sowohl den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis als auch den Publikumspreis. Die Veranstaltung präsentierte ein hohes literarisches Niveau, wobei die Jury eine spürbare Steigerung der Qualität im Vergleich zum Vorjahr feststellte. Wirtschaftliche Themen prägten viele der Diskussionen und eingereichten Texte.
In diesem Jahr bestand die Bachmann-Preis-Jury ausschließlich aus sieben Frauen. Sie lobten die einfallsreichen Ideen und herausragenden Formulierungen in den Beiträgen. Ein wiederkehrendes Motiv in vielen Texten und Performances waren Flecken – sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne.
Schaettes preisgekrönter Text „Was wir tragen“ setzte sich mit den lebenslangen Herausforderungen und Bewältigungsstrategien von Menschen mit Übergewicht auseinander. Magdalena Schrefel erhielt den 3sat-Preis für „Kirschen, Herz in der Schlinge“, eine berührende Auseinandersetzung mit ihrer Brustkrebsdiagnose. Ozan Zakariya Keskinkılıç wurde mit dem Deutschlandfunk-Preis für „Vater ohne Sohn“ ausgezeichnet.
Kinga Tóth überzeugte mit sprachlicher Virtuosität und einem polyphonen Stil und gewann den KELAG-Preis – obwohl sie Deutsch erst in der Schule gelernt hatte. Slata Roschal las eine Geschichte, die das Thema Prekariat nur am Rande streifte. Später kritisierte sie die literarische Szene scharf für ihre geringen Fördergelder und mageren Gewinnspannen. Nach ihrer Lesung kündigte sie an, sofort zu gehen, und verweigerte die Auseinandersetzung mit der Jury.
Das Festival zeigte einmal mehr starkes Schreiben und mutige Themen. Schaettes Doppelsieg bildete einen der Höhepunkt des Wettbewerbs. Wirtschaftliche Sorgen – sowohl in der Literatur als auch in der Branche selbst – zogen sich als roter Faden durch die gesamte Veranstaltung.
