Söder fordert mehr Tempo von Merz-Regierung: "Dringendkeit ist jetzt gefragt"
Raphaela HermighausenSöder fordert mehr Tempo von Merz-Regierung: "Dringendkeit ist jetzt gefragt"
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz zu schnellerem Handeln aufgefordert. Zwar räumte er ein, dass die Regierung ein schwieriges erstes Jahr hinter sich habe, doch betonte er die Dringlichkeit, Entscheidungen zügiger zu treffen, um die drängenden Herausforderungen zu bewältigen.
In einem Interview mit der Bild am Sonntag mahnte Söder, die Regierungsarbeit müsse beschleunigt werden. Endlose Verzögerungen gefährdeten sonst die parlamentarische Demokratie, warnte er. Zwar kritisierte er das aktuelle Tempo als unzureichend, verzichtete jedoch auf eine direkte Attacke gegen Merz’ Führungsstil und wies Vorwürfe zurück, der Kanzler regiere wie ein Konzernchef.
Auf Berichte über heftige Streitigkeiten zwischen Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) ging Söder nicht ein. Stattdessen plädierte er für Geduld und zitierte den Ausspruch „Man muss durch diese dicken Bretter bohren“, um den nötigen Einsatz zur Überwindung der Hindernisse zu beschreiben. Als zentrale Belastungsfaktoren nannte er externe Druckpunkte wie US-Zölle und die zweite Energiekrise innerhalb von fünf Jahren, die der Regierung schwer zu schaffen machten.
Trotz der Schwierigkeiten schloss Söder eine vorzeitige Zerrüttung der Koalition kategorisch aus. Er bekräftigte zwar seine Unterstützung für die Regierungsziele, gab jedoch zu, dass die bisherigen Ergebnisse wenig überzeugend seien.
Söders Äußerungen spiegeln die wachsende Ungeduld innerhalb der Koalition über die zähen Fortschritte wider. Sein Appell an die Eile kommt zu einer Zeit, in der Deutschland mit wirtschaftlichen und energietechnischen Belastungen kämpft. Die Regierung steht nun unter zunehmendem Druck, in den kommenden Monaten greifbarere Ergebnisse vorzuweisen.






