Städte bremsen Milliardengrab-Kulturprojekte – Sanieren statt bauen
Raphaela HermighausenStädte bremsen Milliardengrab-Kulturprojekte – Sanieren statt bauen
Deutsche Städte überdenken teure Kultur-Großprojekte
Düsseldorf hat kürzlich Pläne für ein von Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von 1,8 Milliarden Euro verworfen. Rostock hingegen treibt den Bau eines neuen Theaters für 208 Millionen Euro voran, steht jedoch vor Auflagen beim Abriss des denkmalgeschützten Volkstheaters.
Ursprünglich wollte Düsseldorf sein Nachkriegs-Opernhaus durch einen futuristischen Neubau des Architekturbüros Snøhetta ersetzen. Doch die explodierenden Kosten zwangen die Stadt, das Projekt zu stoppen. Das Grundstück, das für 137 Millionen Euro erworben worden war, ging zurück an die Kommune.
In Rostock schlug die regierende CDU vor, das Volkstheater abzureißen, um Platz für Wohnungen zu schaffen. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin stellte das nachkriegsmoderne Gebäude unter Schutz, was einen Abriss unwahrscheinlich macht. Bereits im Bau befindet sich ein neues Theater des Berliner Büros Hascher Jehle – mit geschätzten Kosten von 208 Millionen Euro.
Andernorts schlug das Frankfurter Büro raumwerk eine Modernisierung der Bonatz-Oper in Stuttgart vor. Der Plan sieht eine Kapazitätserweiterung um 25 Prozent sowie eine visuelle Anbindung an benachbarte Kultureinrichtungen vor. Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller setzt nun stattdessen auf eine Sanierung des bestehenden Opernhauses im Hofgarten – mit geschätzten Kosten zwischen 400 und 500 Millionen Euro. Ziel ist es, ein kulturelles Wahrzeichen zu schaffen, das sich harmonisch in das klassizistische Ensemble des Hofgartens einfügt.
Die Kursänderung in Düsseldorf und Rostock deutet auf eine wachsende Skepsis gegenüber kostspieligen Kulturprojekten hin. Statt auf Neubauten setzen die Städte zunehmend auf die Modernisierung bestehender Bauten – eine Entwicklung, die die städtische Zukunftsplanung in Deutschland prägen könnte.






