29 March 2026, 16:28

Streit um Kürzungen bei Demokratie-Förderung spaltet deutsche Politik

Eine Karte von Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, die die politischen Teilungen zeigt, gedruckt auf altem Papier mit Text oben und unten.

Streit um Kürzungen bei Demokratie-Förderung spaltet deutsche Politik

Ein politischer Streit ist über geplante Kürzungen bei der deutschen Initiative "Lebendige Demokratie" entbrannt, einem jährlichen 200-Millionen-Euro-Programm, das 2014 nach den rechtsterroristischen NSU-Morden ins Leben gerufen wurde. Die Linke hatte die Auseinandersetzung ausgelöst, indem sie einen Antrag einbrachte, um über die Reduzierung der Mittel für "Demokratie in Aktion"-Projekte zu debattieren. Seither fliegen zwischen den Parteien Vorwürfe hin und her – sowohl über die Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft als auch über den wachsenden Einfluss der rechtspopulistischen AfD.

Der Streit eskalierte, nachdem der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß öffentlich den wahrscheinlichen Wegfall der Förderung für HateAid begrüßt hatte, eine Organisation, die Opfer digitaler Hetze unterstützt. Seine Äußerungen zogen scharfe Kritik der SPD-Co-Vorsitzenden Saskia Esken nach sich, die seinen Ton als "beschämend" und "an die AfD erinnernd" bezeichnete. Esken warf der Union vor, durch die Kürzungen gezielt Unsicherheit bei zivilgesellschaftlichen Gruppen zu schüren.

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Die Linken-Abgeordnete Clara Bünger ging noch weiter und behauptete, die Politik von CDU und CSU schwäche die Zivilgesellschaft und komme indirekt der AfD zugute. Unterdessen verteidigte die CDU-Ministerin Karin Prien die Reformen, räumte zwar bestimmte Erfolge des Programms ein, bestand aber auf die Notwendigkeit von Änderungen.

Die AfD begrüßte die Kürzungen offen. Der Abgeordnete Kay Gottschalk bedankte sich bei Prien für den Schritt, während sein Parteikollege Martin Reichardt die komplette Abschaffung der Initiative "Lebendige Demokratie" forderte. Der SPD-Abgeordnete Felix Döring hingegen verteidigte das grundsätzliche Engagement der Ampelkoalition für die Demokratieförderung, gab aber Bedenken wegen der Mittelkürzungen zu.

Rund 200 Projekte in ganz Deutschland – darunter Initiativen in Sachsen, Hamburg und Heidelberg – müssen nun mit dem Entzug ihrer Förderung rechnen, auch wenn noch keine vollständige Übersicht der betroffenen Regionen vorliegt.

Die Debatte hat tiefe Gräben offenbart, wie Demokratieförderung in Deutschland finanziert werden soll. Während die AfD die Kürzungen lobt und Oppositionsparteien vor Schäden für die Zivilgesellschaft warnen, bleibt die Zukunft des 200-Millionen-Programms ungewiss. Der Antrag der Linken hat das Thema in den Fokus gerückt, doch eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Quelle