07 June 2026, 18:24

Streit um Nouripours Plan: Sollten alle Landtagswahlen an einem Tag stattfinden?

Ministerpräsidenten lehnen gemeinsame Landtagswahltermin ab

Streit um Nouripours Plan: Sollten alle Landtagswahlen an einem Tag stattfinden?

In Deutschland ist eine Debatte unter den Ministerpräsidenten der Länder über den Vorschlag entbrannt, alle Landtagswahlen an einem einzigen Tag abzuhalten. Die Idee, die von Bundestagsvizpräsident Omid Nouripour (Grüne) vorgebracht wurde, stößt bei mehreren Regierungschefs auf scharfe Ablehnung. Sie argumentieren, dies könnte die regionale Entscheidungsfindung untergraben und den Föderalismus selbst schwächen.

Nouripour schlug vor, die Landtagswahlen zu synchronisieren, um die ständige Fixierung auf Umfragen zu verringern. Der aktuelle Zyklus aus Kommunal- und Landtagswahlen sorge für eine endlose Wahlkampfstimmung, so der Grünen-Politiker. Doch sein Vorstoß stieß schnell auf Kritik von Ministerpräsidenten aller politischen Lager.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wies den Plan als Ablenkung von den eigentlichen Problemen zurück. Er betonte, dass die jüngsten Landtagswahlen bereits die wachsende Unzufriedenheit mit der Bundespolitik widerspiegeln. Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hingegen unterstrich, dass Landeswahlen getrennt bleiben müssten, um regionale Politikthemen im Fokus zu halten.

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) argumentierte, die Wähler bräuchten eigenständige Wahlen, um über lokale Belange zu entscheiden. Er warnte, ein gemeinsamer Wahltermin würde den Föderalismus schwächen, indem er die politische Aufmerksamkeit zentralisiere. Rheinland-Pfalz’ Ministerpräsident Gordon Schnieder (SPD) teilte diese Bedenken und erklärte, dies könnte zu einheitlichen Mehrheiten in den Ländern führen. Zudem mahnte er, der Schritt könnte das verfassungsmäßige Gleichgewicht zwischen Bund und Ländern stören.

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Der Vorschlag, die Landtagswahlen zu bündeln, trifft auf entschiedenen Widerstand mehrerer Ministerpräsidenten. Sie bestehen darauf, dass getrennte Wahltage die regionale Autonomie wahren und eine Dominanz des Bundes verhindern. Vorerst scheint die Idee bei den deutschen Landesregierungen kaum Chancen auf Umsetzung zu haben.

Quelle