06 June 2026, 22:24

Streit um Paragraf 188: Soll die Beleidigung von Politikern strafbar bleiben?

Koalition streitet über Abschaffung des §188

Streit um Paragraf 188: Soll die Beleidigung von Politikern strafbar bleiben?

Die Debatte über Paragraf 188 des deutschen Strafgesetzbuchs hat sich vor der Justizministerkonferenz in Hamburg weiter zugespitzt. Das Gesetz, das Beleidigungen gegen Politiker unter Strafe stellt, steht vor Forderungen nach einer Abschaffung durch einige Abgeordnete, während andere betonen, es bleibe unverzichtbar, um vor Missbrauch und Drohungen zu schützen.

Auslöser der Diskussion ist ein Gerichtsurteil, das eine Person wegen der Bezeichnung des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz als „Lügenfritz“ zu einer Geldstrafe verurteilt hatte.

Der CDU-Politiker Günter Krings zeigte sich offen für eine Streichung des Paragrafen 188. Gleichzeitig schlug er vor, die verschärften Strafen aus Paragraf 188 auf allgemeine Beleidigungen nach Paragraf 185 auszuweiten – statt die Sanktionen zu lockern. Seine Haltung steht im Kontrast zu der der SPD-Abgeordneten Carmen Wegge, die sich gegen eine Abschaffung ausspricht. Sie argumentiert, das Gesetz schütze ehrenamtliche Kommunalpolitiker und Bürgermeister vor wachsender Feindseligkeit.

Die CDU-Politikerin Constanze Geiert regte an, Paragraf 185 zu reformieren und Paragraf 188 entweder einzuschränken oder abzuschaffen. Ihre SPD-Kollegin Kathrin Wahlmann kritisierte dagegen jeden Schritt zur Aufhebung des Gesetzes und forderte stattdessen, Hassrede und Hetze stärker zu bekämpfen.

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Der Grünen-Abgeordnete Erik Marquardt befürwortet zwar die Abschaffung von Paragraf 188, besteht aber darauf, den Schutz vor Gewalt und Bedrohungen für Politiker beizubehalten. Die Angelegenheit wird nun auf der anstehenden Justizministerkonferenz in Hamburg erörtert.

Die Zukunft von Paragraf 188 bleibt ungewiss, da die Abgeordneten die Meinungsfreiheit gegen den Schutz öffentlicher Personen abwägen. Die Konferenz der Justizminister bietet eine Plattform für weitere Diskussionen über mögliche Reformen oder eine Streichung. Eine endgültige Entscheidung könnte die rechtliche Handhabung von Beleidigungen gegen Politiker in Deutschland neu prägen.

Quelle