Streit um Rhein-Main-Link: Groß-Gerau wehrt sich gegen Stromtrassen-Pläne
Frieder LachmannStreit um Rhein-Main-Link: Groß-Gerau wehrt sich gegen Stromtrassen-Pläne
Das Rhein-Main-Link-Projekt: Netzausbau stößt auf Widerstand in Groß-Gerau
Das Rhein-Main-Link-Projekt, ein zentrales Vorhaben zum Ausbau des Stromnetzes, schreitet mit Plänen voran, unterirdische Kabel durch mehrere Gemeinden im Landkreis Groß-Gerau zu verlegen. Die Stadt Rüsselsheim am Main hat nun Bedenken gegen die geplante Trassenführung geäußert und schließt sich damit dem Widerstand des Landkreises gegen den derzeit favorisierten Korridor an. Mit Blick auf die anstehenden Bauarbeiten fordern die Verantwortlichen eine stärkere Einbindung in die Entscheidungsprozesse.
Im Rahmen des Projekts sollen vier Hochspannungskabel in einem etwa 80 Meter breiten offenen Grabensystem verlegt werden. Nach Fertigstellung wird die eigentliche Kabeltrasse nur noch eine Breite von rund 40 Metern einnehmen. Über den Leitungen gelten jedoch Nutzungsbeschränkungen: Um Schäden an der Infrastruktur zu vermeiden, dürfen keine Bäume oder tiefwurzelnden Pflanzen angepflanzt werden.
Mehrere Trassenvarianten wurden geprüft, wobei Umweltverträglichkeitsstudien und topografische Analysen die Auswahl lenkten. Dennoch kritisieren Stadt und Landkreis, dass der bevorzugte Korridor die Landschaft zerschneidet und Tierwanderwege blockiert. Unklar bleiben zudem die langfristigen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, sowohl während als auch nach den Bauarbeiten.
Rüsselsheim am Main hat seine Einwände offiziell vorgebracht und unterstützt damit die Ablehnung des aktuellen Plans durch den Landkreis Groß-Gerau. Um ihre Position zu stärken, schlägt die Stadt die Bildung einer technischen Arbeitsgruppe vor, an der neben dem Landkreis auch andere betroffene Kommunen beteiligt sein sollen. Dieses Gremium soll sicherstellen, dass lokale Belange direkt in die Planungsphase einfließen.
Die ersten Abschnitte des Rhein-Main-Links sollen 2033 in Betrieb gehen. Bis dahin drängt die Stadt die Projektverantwortlichen, sie in weitere Gespräche und Anpassungen einzubinden.
Die unterirdischen Kabel des Projekts werden nach der Verlegung eine Breite von 40 Metern aufweisen, doch die Debatten über ihre umwelt- und verkehrstechnischen Auswirkungen halten an. Lokale Behörden stellen die gewählte Route weiterhin infrage und setzen sich für einen kooperativen Ansatz ein, bevor die Bauarbeiten beginnen. Der Zeitplan für die Inbetriebnahme 2033 bleibt zwar vorerst bestehen, doch ungelöste Konflikte könnten die weiteren Planungen beeinflussen.






