18 April 2026, 10:24

Treibstoffknappheit droht: Warum die Regierung trotz Golfkrise Entwarnung gibt

Eine Balkendiagramm, das die Abhängigkeit Europas von russischem Erdgas zeigt, mit Prozentangaben für die Abhängigkeit der verschiedenen Länder.

Treibstoffknappheit droht: Warum die Regierung trotz Golfkrise Entwarnung gibt

Die deutsche Regierung hat trotz der steigenden Spannungen im Nahen Osten Befürchtungen vor akuten Treibstoffengpässen heruntergespielt. Dennoch bestehen weiterhin Sorgen über mögliche Versorgungsstörungen, sollte sich der Konflikt am Golf weiter zuspitzen. Der energiepolitische Sprecher Michael Kellner (Grüne) kritisierte die optimistische Haltung der Regierung und warnte vor Risiken, die mit Entscheidungen der USA über ihre Lieferungen verbunden seien.

Laut einer internen Einschätzung des Wirtschaftsministeriums könnten Treibstoffknappheiten bereits Ende April oder im Mai auftreten, falls der Golfkonflikt anhält. Dies widerspricht früheren Aussagen des Ministers, der ein solches Szenario als "worst case" – also als worst-case-Szenario – bezeichnet hatte. Besonders prekär würde die Lage, wenn ein längerer militärischer Konflikt zur Sperrung der Straße von Hormus führen würde.

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Deutschland deckt derzeit rund 90 Prozent seines Dieselbedarfs aus eigener Produktion. Bei Benzin übersteigt die inländische Raffinerieproduktion sogar leicht den heimischen Verbrauch. Dennoch räumen Beamte ein, dass ein unerwarteter Stopp der US-Exporte dennoch zu Versorgungslücken an den Tankstellen führen könnte.

Sowohl der US-Energieminister Jennifer Granholm als auch Innenminister Ryan Zinke betonten, dass derzeit keine Exportbeschränkungen für Öl und Gas geplant seien. Dennoch bleibt der grüne Energieexperte Michael Kellner skeptisch. Er mahnte, die Prognosen der Regierung könnten zu optimistisch sein, und äußerte Bedenken hinsichtlich möglicher politischer Einflussnahme durch Donald Trump.

Aktuell geht die Bundesregierung nicht von einer physischen Treibstoffknappheit aus. Das Risiko von Lieferengpässen bleibt jedoch bestehen, falls sich die Golfkrise verschärft oder die US-Exportpolitik ändert. Die Behörden beobachten die Entwicklung weiterhin genau.

Quelle