25 March 2026, 08:28

Unternehmen fordern radikale Reformen der Berufsausbildung – doch warum scheitert die Besetzung von Plätzen?

Eine Zeichnung der St. Louis Manual Training School mit ein paar Menschen davor, und Text unten.

Unternehmen fordern radikale Reformen der Berufsausbildung – doch warum scheitert die Besetzung von Plätzen?

Deutsche Unternehmen drängen auf grundlegende Reformen in der beruflichen Ausbildung, da sie zunehmend Schwierigkeiten haben, Ausbildungsplätze zu besetzen. Eine aktuelle Umfrage offenbart weitverbreitete Unzufriedenheit mit dem bestehenden System – viele fordern eine engere Verzahnung von Schulen und Betrieben. Gleichzeitig bleiben die meisten Unternehmen trotz der Hindernisse weiterhin bereit, Ausbildungsmöglichkeiten anzubieten.

Der jüngste Randstad-ifo-Personalbefragung (4. Quartal 2024) zeigt tiefe Sorgen unter Arbeitgebern: 77 Prozent verlangen Reformen in der Berufsausbildung, während 71 Prozent der Personalverantwortlichen eine Modernisierung von Schulen und Lehrplänen einfordern. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) sieht Verbesserungspotenzial in der Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Berufsschulen.

Die Besetzung von Ausbildungsplätzen gestaltet sich zunehmend schwierig – 61 Prozent der Unternehmen berichten von Problemen. Besonders betroffen sind die Industrie (67 Prozent), der Handel (63 Prozent) und der Dienstleistungssektor (53 Prozent). Ein zentrales Problem ist der Qualifikationsmangel: 64 Prozent der Personalverantwortlichen stellen fest, dass Bewerberinnen und Bewerber nicht über die notwendigen Fähigkeiten verfügen.

Die digitale Transformation und Nachhaltigkeit stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Als Reaktion darauf haben 23 Prozent angekündigt, ihre Ausbildungsprogramme im kommenden Jahr zu modernisieren. Trotz der Schwierigkeiten planen 85 Prozent, auch in der nächsten Ausbildungsrunde neue Plätze anzubieten.

Um die Lücke zu schließen, setzen einige Betriebe auf aktuelle Auszubildende als "Praxisbotschafter". Diese kehren in ihre ehemaligen Schulen zurück, berichten aus dem Arbeitsalltag und werben so für neue Bewerbungen. Gleichzeitig wünschen sich 52 Prozent der Unternehmen eine stärkere Kooperation zwischen Schulen und Betrieben, um die Ausbildungsqualität zu steigern.

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Die Umfrage macht einen klaren Trend deutlich: Zwar bleiben Unternehmen der dualen Ausbildung treu, doch sie fordern dringend Reformen. Modernisierte Lehrpläne, bessere Partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben sowie aktualisierte Ausbildungsinhalte gelten als unverzichtbar. Ohne diese Veränderungen wird die Besetzung von Ausbildungsplätzen für Arbeitgeber voraussichtlich eine anhaltende Herausforderung bleiben.

Quelle