VW investiert 800 Millionen Euro in Kassel – doch Stellenabbau droht trotzdem
Raphaela HermighausenVW investiert 800 Millionen Euro in Kassel – doch Stellenabbau droht trotzdem
Volkswagen hat Pläne vorgestellt, in den nächsten fünf Jahren 800 Millionen Euro in sein Werk in Kassel zu investieren. Mit dieser Maßnahme soll die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und die Produktion neuer Modelle vorbereitet werden – darunter ein günstiges Elektroauto, das 2027 auf den Markt kommen soll.
Bei einer kürzlichen Betriebsversammlung – der ersten seit den Tarifverhandlungen im Dezember 2024 – informierten sich über 7.000 Beschäftigte über die zukünftige Ausrichtung des Konzerns. Die Ankündigung fällt jedoch in eine Phase, in der VW an seinen deutschen Standorten Stellen abbaut – auch in Kassel sind Kürzungen geplant.
Das Werk in Kassel spielt eine zentrale Rolle in der Elektrooffensive von Volkswagen. Während der Versammlung wurde ein Konzeptfahrzeug des ID. EVERY1 präsentiert, eines Einstiegsmodells im Elektrosegment, das voraussichtlich rund 20.000 Euro kosten und ab 2027 erhältlich sein soll.
Die Jobsecurity bleibt für die Belegschaft ein großes Thema. Zwar soll die neue SSP-Plattform etwa 3.500 Arbeitsplätze in Kassel sichern, doch 720 befristete Verträge laufen im Juli 2025 aus. Zudem hat das Unternehmen bestätigt, dass an seinen deutschen Standorten bis 2030 rund 20.000 Stellen abgebaut werden – wie viele davon Kassel betreffen, wurde jedoch nicht konkret genannt.
Die Investitionen in Kassel sind Teil von VWs Strategie, die Produktion zu modernisieren und wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig deuten Einstellungsstopp und geplante Kürzungen auf eine Phase des Umbruchs für die Belegschaft hin.
Die 800 Millionen Euro fließen in neue Technologien und Fertigungsstraßen am Standort Kassel. Die Zukunft des Werks hängt von Projekten wie dem ID. EVERY1 und der SSP-Plattform ab, die auch über die langfristige Beschäftigungssicherheit entscheiden werden.
Für die Beschäftigten bleibt die Lage vorerst ungewiss: Während befristete Verträge auslaufen, zeichnen sich weitere Stellenstreichungen ab. Der Konzern setzt weiterhin auf die Balance zwischen Kosteneinsparungen und dem Umstieg auf die Elektromobilität.